Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bunsens Bibelwerk [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 4)
- Language
- German
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14S Reeensionen und Anzeigen, heit und Heiligkeit haltenden Jerusalem! Dadurch ward von diesem merkwürdigen Volke ein schönes Aeugniß abgelegt für den Geist, und zugleich ein weltgeschichtliches Werk gestiftet: die heiligen Ur« künden des edelsten und göttlichgelehrten semitischen Stammes wurden übertragen in das Weltorgan des Alterthums. Die Sprache der Weltbeherrscher, die Sprache des Verkehrs Asiens und Europas, die Umgangssprache des gesummten spätern Weltreichs der Römer,' wurde, so die Tragerinn der Religion des Geistes, nicht allein in den Provinzen, sondern auch in der Hauptstadt der Welt selbst." ״Auch das vernünftige und von wahrer Ehrfurcht zeugende Werk der Makkabäerzeit, die mündliche Verdolmetschung des heiligen Textes in die neue Landessprache beim Vorlesen, blieb nicht ohne dauernde Wirkung. Hillel, ein großer Schristgclehrter, welcher kurz vor Christus blühte, Gamaliels Großvater, gründete, nach glaub- Hafter Ueberlieferung, eine Schule der Auslegung, von welcher die Anfänge der chaldäischen Umschreibung des Textes des Pentateuchs ausgingen, und woran sich eine Dolnietschung ״der Propheten" im ausgedehnten Sinne des Wortes anschloß." ־ Kann die gerechte Anerkennung, welche in solchen Bemerkungen von Seiten des verehrten Mannes dem Judenthume geworden, nur erfreulich sein, so können an andern Orten vorkommende Aeußerungen über dasselbe nur befremden. Schon'in dem Vorworte ״an die Gemeinde" S. VII heißt es, daß die wahren, der Lehre der Reformatoren anhangenden ״Christusjünger," indem sie dem Worte Gottes in der Bibel die Ehre geben, über Alles ״sich zu" bewahren hätten ״vor dem Heidenthum," ״ebenso aber auch vor allem Juden- Unterordncn des Geistes unter irgend welche äußere Gesetzlichkeit." Nach S. VIII sind das die beiden Abwege des selbstsüchtigen Herzens, welche sich immer wieder ins Hetdenthum oder ins Judenthum verlaufen. Ebendas, setzen die in Glauben und Liebe vereinten ,?sich, entgegen, die Bibel in der Hand, allem Heidcnthum wie allem Judenthum-aller starren Aeußerlichkeit des Buchstabens, als ein neues Judenthum aufrichteud." In den ״Vorerinnerungen S. XHI, werden zwei Klassen aufgeführt, die ״vergebens und in den Wind" reden, ״die Einen vom Geiste der Bibel, die von ihrem Sinne ebenso wenig wissen, als von ihrem Buchstaben, die Andere vom Buchstaben und von buchstäblicher Eingebung, welche gerade den Buchstaben entweder gar nicht verstehen oder große Mühe angewandt haben, ihn mißzuverstehen. Beides sind gemeine rationalistische Bestrebungen, nur die Einen vom heidnischen Standpunkte aus,