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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Juden und Judenthum nach römischer Anschauung
Date
1860-01-01
Page
Seite 137 (sequence 13)
Language
German
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Juden und Judenthum nach römischer Anschauung. 137 Moses, um sich das Volk für die Zukunft zu versichern, gab ihnen neue, aller menschlichen Sitte zuwiderlaufende Gebräuche; ihnen ist unheilig, was bei uns heilig; andrerseits ist ihnen gestattet, was bei uns als sündhaft gilt. Das Bild des Thieres, durch dessen Weisung sie der Verirrung und Verschmachtung entgingen, verehren sie im Heiligthume, schlachten einen Widder gleichsam dem Hammon zum Trotz; auch der Ochse wird geopfert, weil ihn die Egypter (als Apis) verehren; des Schweines enthalten sie sich wegen der Verheerung, die einst der Aussatz bei ihnen angerichtet hatte, dem auch dieses Thier unterworfen ist ch. Eine vormalige lange Hungersnoth deuten sie annoch durch haufiges Fasten an; vom Raube der Feldfrüchte gibt das ungesäuerte Brod der Judäer Zeugniß. Der siebente Tag, sagen sie, sei zur Ruhe bestimmt, weil er das Ende der Mühseligkeiten herbeigeführt habe; hernach, als die Unthätigkeit behagte, habe man auch das siebente Jahr dem Müßiggänge geweiht. Andere glauben, es geschehe dies zu Ehren Saturn's, entweder weil die mit Saturn -verrriebenen Jdäer, von denen wir gesagt, daß sie die Stifter des Volkes gewesen, ihnen die Grundsätze ihrer Religion überlieferten, oder weil unter den sieben Sternen, durch welche die Menschheit regiert werde, der Stern des Saturn im weitesten Kreise und mit vorzüglichem Einflüsse sich umschwinge, auch die meisten Himmelskörper ihren Einfluß und ihre Bahn in der Siebenzahl vollenden. Diese Gebräuche, woher sie auch stammen mögen, werden durch ihr Alter gerechtfertigt; andere unselige Satzungen hat haßsiche Verkehrtheit eingeführt. Denn die schlechtesten Menschen brachten, ihre väterliche Religion verachtend, dorthin Gaben und Schätze zusammen; daher das Wachsthum des judäischen Staats. Auch herrscht unter ihnen selbst ein hartnäckiges Zusammenhalten und bereitwillige Theilnahme, aber gegen alle Anderen ein feindseliger Haß. Nie speisen, nie schlafen sie mit Anderen, und obwohl zur Sinnlichkeit sehr geneigt, enthalten sie sich dennoch des Beischloss mit Ausländerinnen; unter ihnen selbst ist Alles erlaubt. Die Beschneiduug haben sie als Unterscheidungszeichen eiugeführt. Wer zu ihrem Glauben Übertritt, muß dasselbe thun; und nichts prägen sie tiefer ein, als die Götter verachten, das Vater- 3) Dieser, man darf sagen, maliciösen Auffassung ist die Plutarch's (vgl, oben S. 130) entgegenzuhalten.

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