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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Juden und Judenthum nach römischer Anschauung
Date
1860-01-01
Page
Seite 135 (sequence 11)
Language
German
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Juden Md Judenthum nach römisches Anschauung. 136 lebte einst eine hebräische Frau, die Moso genannt wurde; von ihr ist den Hebräern das Gesetz gegeben worden." Plinius der Nettere wacht Moses in Gemeinschaft mit den Juden Jannes Und Latopea zum Haupte einer magischen Seele 1). Wir wenden uns nun zu dem berühmtesten Geschichtschreiber dieser Zeit: Tacitus. Tacitus berichtet bei Gelegenheit der Eroberung Jerusalems durch Titus über Geschichte und Sitten der Juden. Seine Darstellung hat ein sehr feindliches Colorit und läßt eine gehässige, das Bessere entstellende Gesinnung durchblicken; doch dürfte weniger Vorsätzlichkeit als überhaupt seine Auffassung seiner Zeit diese Schilderung hervorgerusen haben. Von antiker republikanischer Gesinnung blickte sein Auge in die Vergangenheit zurück und verweilte mit um so tieferm, sich bis zum grimmigen Haß steigernden Schmerz bei der Gegenwart, die ihm Tyrannenwechsel, Verderbtheit des Senats und allgemeinen Verfall des Staates zeigte. Er erschauete aber auch Manches in trüberm Ächte als es sich in der Wirklichkeit darstellte. TantuS lebte im Idealismus vergangener Tage und grollte um so tiefer seiner Zeit; wie den Idealisten des vorigen Jahrhunderts die Südseeinsulätter und die Naturkinder der Wildnisse AmeriLa's die lieblichsten Bilder ursprünglicher Reinheit und Unschuld waren, baueie sich Tacitus an dem ihm von seiner Phantasie vorgrspiegelten Primitivzustande der fernen Germanen aus: was ihm Nahe lag, erblickte er nur aus dem Gesichtspunkte hypostafirter sittlicher Häßlichkeit. Daher seine Darstellung der Inden, von denen manches Große zu erzählen er sich dennoch Nicht entbrechen kann. Wir lassen ihn nun (Histor. 6, 2—10) sprechen. ״Weil ich aber im Begriffe bin, die letzten Tage dieser berühmten Stadt (Jerusalem) zu schildern, scheint es mir zweck- Mäßig, auf ihren Ursprung zurückzugehen. Man erzählt, daß die Ju'däer, von der Insel Kreta flüchtig, im äußersten Libyen zur Zeit, da Saturn von Jupiter gewaltsam verstoßen sein Reich aufl) Ulst. Natur. 30, 2. lieber die Geschichte der Juden schweigt Plinius, verbreitet sich aber der Anlage seines Werkes gemäß um so mehr über das Physische des Landes Judäa, dessen Lage, Grenzen. Prodncte u. s. :tu», vorzüglich über die Palmen Judäas und die daselbst wachsende Balsamstaude; B. 5. 12. 13. Bemerkenswerth sind die Worte 31, 18: In Judaea rivos ommluis sa'b'batis siccätur. Hier liegt wahrscheinlich die Sage vom Sambasion zu Grunde.

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