Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Juden und Judenthum nach römischer Anschauung
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 9)
- Language
- German
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Juden Md Judenthum nach römischer Anschauung. 133 von dem Könige Damascus, dem ju Ehren die Syrer das Grabmal seiner Gattin Arathis wie einen Tempel verehrten und sie von da ab als Göttin in großen Ehren halten 7). Nach Damascus regierte Azelus, hierauf die Könige Adores, Abraham, Jsrahel. Jsrahel war durch eine glückliche Erzeugung von zehn Söhnen berühmter als seine Vorfahren. Er theilte nun das Volk in zehn Theile, übergab sie seinen Söhnen und benannte alle nach dem Namen des Inda, welcher nach der Theilung abgefallen war und dessen Theil die anderen Inden bekamen, und wollte, daß sein Andenken von Allen geehrt werde. Der Jüngste unter den Brüdern war Joseph; diese fürchteten seinen hervorragenden Geist, fingen ihn heimlich aus und verkauften ihn an fremde Kaufleute. Von diesen nach Egypten gebracht, erlernte er daselbst mit vielem Fleiße magische Künste, und wurde in kurzer Zeit dem König selbst sehr werth. Denn er war sehr scharssinnig in Enträthselung der Wunder und lehrte zuerst das Verstandniß der Träume, auch schien ihm weder Göttliches noch Menschliches verborgen, so daß er eine Unfruchtbarkeit des Bodens viele Jahre voraussah, und es wäre ganz Egypten zu Grunde gegangen, wenn nicht auf seinen Rath der König durch eine Verordnung geboten hätte, daß man die Früchte durch viele Jahre ausbewahre. Seine Einsicht war so tief, daß seine Bescheide nicht von einem Menschen, sondern von Gott gegeben schienen. Sein Sohn war Moses, der neben Weisheit, dem väterlich Erbtheil, auch durch Schönheit hervorragte. Als aber einst die Egypter an Aussatz und Geschwulst litten, trieben sie ihn, damit die Pest nicht weiter um sich greife, aus Ausspruch des Orakels mit anderen Kranken aus dem egyptischen Gebiete. Er wurde nun Anführer der Ausgewiesenen und nahm heimlich die Heiligthümer der Egypter mit; diese verlangten sie mit den Waffen zurück, wurden aber durch Stürme gezwungen nach Hause zurückzukehreu. Moses suchte nun das alte damascische Vaterland und besetzte den Berg Syna; hierher war er durch die Wüste Arabiens nach siebentägigem Fasten ermüdet angelangt, daher er den siebenten Tag, bei diesem Volke Sabbat genannt, sür alle Zeit dem Fasten weihete, weil er ihnen nämlich das Ende des Hungers und des Umherirrens war 8). 7) Ueber diese Stelle vgl. die Note von Vossins, Elzivirische Ausgabe. 8) Die Meinung, die Juden fasten am Sabbat, war bet den Römern allgemein verbreitet. Ueber die Veranlassung hierzu vgl. 1. Jahrg. S. 8s