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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 132

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Juden und Judenthum nach römischer Anschauung
Date
1860-01-01
Page
Seite 132 (sequence 8)
Language
German
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132 Juden und Judenthum nach römischer Anschauung. geleitet, von welcher die Bacchanten durchzittert sind 2 * * 5 6). Sie selbst legen auch für Obiges Zeugniß ab: an ihrem Sabbat laden sie sich gegenseitig zum Weintrinken und Zechen ein, und sind sie hieran verhindert, so glauben sie wenigstens Wein kosten zu müssen2). Es könnte jedoch Mancher dieses Muthmaßungen nennen; aber er findet die klarste Widerlegung in dem Hohepriester, der an Festen mit einer Mitra umhergehet, mit einem mit Gold gestickten Hirschsell (!!) bekleidet ist, ferner ein bis auf die Ferse reichendes Gewand und Kothurnen trägt; an dem Kleide hängen viele Glöckchen herab, die wenn er einherschreitet einen Schall geben. Und auch bei uns bedient man sich der Schellen bei den nächtlichen Feiern (Bacchanalien). Und aus der Rückseite ist oben ein Thyrsus eingestickt und Pauken. Dieses paßt zu keinem andern Gotte als zum Bacchus ss. — Sie nehmen ferner zu ihren Opfern keinen Honig, weil dessen Beimischung den Wein verdirbt; ehe man den Weinstock kannte, war Honig das Trankopfer s). — Auch dieses ist kein geringer Beweis dafür, daß die Juden den Bacchus verehren: unter den vielen Strafen ist bei ihnen die die zumeist verhaßte, durch die Jemandem vom Richter aus eine gewisse Zeit der Genuß des Weines verboten wird"2). Mehr an das Geschichtliche sich haltend, berichtet Trogus Justinus (36, 2.3) über Ursprung und Begebenheiten der Juden in folgenden Worten: ״Die Juden stammen aus Damascus, der angesehensten Stadt Syriens, von woher auch die assyrischen Könige von ihrer Stammmutter, der Königin Samiramis. Die Stadt hat den Namen 2) Es genügt diese Etymologie des Wortes ״Leviten" und ״Sabbat" anzuführen; das Lächerliche ist in die Augen fallend. Doch nimmt man in ihnen nicht vorsätzliche Entstellung wahr. Schlimmer verfahrt der judenfeindliche Apion, der Sabbat von dem egyptischen Sabbatesis ״schmerzliches Geschwur" ableitet. Josephus (contra Apion. 2, 2) hat ihn wegen seiner Perstdie scharf zurechtgewiesen: Dgl. 1. Jahrg. S. 85. 5) Plutarch hatte wahrscheinlich von dem Gebrauche, den Segenspruch des Tages über einen Becher mit Wein zu sprechen (קידוש היום), Manches dunkel vernommen und hieraus die Trinkgelage und den Bacchuscultus gebildet. 47) Auch das oben von Plutarch gesetzte Hirschsell war Kleidung des Bacchus und der Bacchantinen. 5 ־) Plutarch scheint von der Vorschrift Levit. 2, 1l vernommen zu haben, aber wie verworren und dunkel! 6) Verworrene Beziehung zu dem Gebote des Nasiräers Numeri 5.

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