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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Juden und Judenthum nach römischer Anschauung
Date
1860-01-01
Page
Seite 131 (sequence 7)
Language
German
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Juden und Judenthnm nach römischer Anschauung.. 131 ser Eingehende kann zwar nur unter Jenen besprochen werden, die in die dreitägigen (großen) Mysterien eingeweihet sind; was man aber unter besreundeten Männern äußern darf, besonders beim׳ Weine, dem Geschenke des Gottes (Bacchus), bin ich, wenn diese es verlangen, zu sagen bereit. Als Alle hiernach Wunsch und Verlangen ansdrückten, fing er an: Vor Allem ist hervorzuheben, daß die Zeit des größten und feierlichsten Festes der Juden sowie die Weise der Feier mit der des Bacchus übereinstimmt, denn an den: sogenannten Fasten (Fasttage), das in der Zeit der höchsten Weinlese fällt, stellen sie Tische mit den verschiedenartigsten Früchten unter Zelten und aus Zweigen und Epheu geflochtenen Grotten auf, und den ersten Tag des Festes nennen sie das Hüttenfest. Einige Tage hierauf begehen sie ein Fest, das nicht etwa durch geheime Deutung, sondern offenbar sich aus Bacchus beziehet. Sie haben nämlich ein Fest des Zweige- und Thyrsustragens, an welchem sie mit Thhrsen in den Tempel gehen; was sie darin machen weiß ich zwar nicht, wahrscheinlich aber begehen sie das Fest des Bacchus, denn sie bedienen sich, wie die Argiver bei den Bacchanalien, kleiner Trsmpeten bei der Anrufung der Gottheit, Aridere spielen auf Cythern; diese nennen sie Leviten, eine Benennung, die entweder von Lystus oder bester von Evius abgeleitet ist y. Auch das Fest des Sabbats ist, wie ich glaube, nicht dem Bacchus fremd. Es nennen noch Viele die Bacchusfeier Sabbos und sprechen bei den Orgien dieses Wort: die Gewähr hierfür kann ans Demosthenes und Menander entnommen werden. Dieses Wort ist, man möchte sagen nicht ohne Grund, von Sobesis (unruhige Bewegung) abl) Beides Benennung für Bacchus. Man kann sich faß nur mit Mühe aus diesem «onfusen Unstun heraussiudeu. Plutarch hat die Levit. 23, 39—44 vorgeschriebeuen Feierlichleiten des Laubhüttenfestes, das Wohnen in. Hütten uiib Nehmen des Palmmz Irriges, auseinandergezogen und sie auf zwei Feste verarbeitet: ein Hüttenftst und ein Zweigetragenfest, an welchem letztem er nicht nur Zweige, sondern auch Thyrsen —leichte mit ׳Epheu -und Weinlaub umwundene Stäbe — tragen läßt und so die Kradephoria nnd Thyrsophoria (Zweige- und Thyrsustragen) der Bacchusseierlichkeiten wiederfindet. Noch «onsuser .ist was er über den Fasttag (Persöhnungstag) berichtet; hierfür etwa «ine entfernte Rechtfertigung in Mischna Taauit 4, 8 suchen, ist Witzlos, da Plutarch offenbar Versöhnungstag und Laubhüttenfest durcheinander geworfen hat. Man nimmt allenthalben verworrene Sagen vor. Vielleicht war ihm Manches aus den damals schon verfaßten Mterthümem des Josephus,in mangelhafter Weise bekannt(.?.). Vgl. weiter.

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