Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Juden und Judenthum nach römischer Anschauung
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 3)
- Language
- German
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Juden und Judenthum nach römischer Anschauung. .127 de? Esels durch ein Schaf auszulösen (Exod. Itz, 13), lächerlichc Meinung hervorgerufen habe. Der Grund mancher andern weiter zu erwähnenden abgeschmackten Fabel ergibt sich theils Ws dem Zusammenhang, theils wird durch manche nähere Erläuterung auf ihn hingewiesen werden. Wir beginnen mit dem unter Trasan und Hadrian lebenden Plntarch, Seine Parallelen griechischer und römischer hervorragender Männer sind bekannt; wir halten uns hier an seine moralischen Schriften, die den Stempel philosophischen Dilettantismus und reiner Sittlichkeit an sich tragen, und in denen uns allenthalben der geschmackvolle und gelehrte Autor entgegentritt, her seinen Betrachtungen durch Einstreuung historischer Berichte eine neue Seite abzugewinnen weiß, oder das Historische zum Ausgangspunkte nehmend hieran manche eingehende Forschung knüpft. Er spricht auch über die Inden aus diesem doppelten Gesichtspunkte; in seiner Schrift: ״Ueber die Angst vor der Gottheit" 2) führt er gelegentlich Manches ans ihrer Geschichte und ihren Gebräuchen an, in seinen Symposien (Tischbesprächen) gehet er auf eine Forschung über ihren Glauben ein. Plntarch zeigt manche überraschende Bekanntschaft mit speciellcn Gesetzen und Gebräuchen der Inden, die bei keinem andern grikchischeu und römischen Autor der alten, Zeit ף gefunden wird. Er Mochte durch seine umsaffende Leeture sich Manches angeeignet haben; aber seine Quellen selbst hatten, wie leicht zu erkennen, ihren Ursprung in durch Entstellungen getrübten Berichten und Sagen. In der Schrift Ueber die Augst vor der Gottheit gehet er von dem Gedanken aus: ״die Unwissenheit über die Götter und die UnkenntmH derselben schlägt eine doppelte Richtung ein: in harten Gemüthern erzeugt sie Unglauben, in weichlichen Aberglauben. Aber 2) Jleol Jii01Scut.10v(ag. Der Begriff Aberglaube, suxsrstitäo, ist hier nicht erschöpfend, da Plutarch nicht sowohl den unrichtigen als den nur in Furcht und Angst ssch abquälenden Glauben im Auge hat; vgl. o. 2: n)v dl■ /.ujvvet, y.ttl tovvofia, tfo£av tujiaflij xal d't'ovg 7t01.rjT1.yrjv iTtöXtif/tv ovffav txTanHvovvros v.at awTQißavtos rov ävd-qconov, olö/.ievov fikv tfvcu &ecvg, dvcu N6 ).umjtroijg y.<u ßlaßsnovg. Doch sehen Wir UM der Kürze willen Aberglaube und abergläubisch. V 3) Wenn man etwa Hekatäus von Abdera ausnimmt, über dessen Echtheit jedoch Zweifel waltet. Ueber Aristeas vgl. 7. Jahrg. dieser Monatsschrift. 10*