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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 3 · p. Seite 113

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 3
Article
Beleuchtung mehrerer Ortsnamen im Josephus und damit zusammenhängende Erläuterungen von Talmud- und Midraschstellen [Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 113 (sequence 5)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 118 Megillat Taanit c. 3 (und ebenso im En Jacob) מגדל 3וד, von R. Menachem ben Machir im Piut zum zweiten Sabbat Chanuka aber «׳chz:. Vjasq” genannt wird. Der Talmud' gibt an, der Ort habe früher Ekron geheißen und sei ihm von den siegreichen Makkabäern jener andere Name Leigeiegt worden. Man mag nun ־w, שד oder auch נשיא lesen, so scheint dies eine Verstümmelung von 'SzQCcmovog %\x sein, wie jener Thurm bei Jofephus heißt. Es liegt in allen diesen Bezeichnungen aber auch der Begriff von ״Stärke, Macht", die jenem sehr befestigten Castell wohl mit Recht beigemessen werden konnte. Wahrscheinlich ist der Name ,. Stratonsthurm " bei Josephus nicht aus den Erbauer desselben zu beziehen, sondern .als Appcllativum zu nehmen: Kriegsthurm (der einem feindlichen Heere widersteht) von; wie es denn auch in Jerusalem einen eben so benannten festen Thurm gab (Jos. Alt. XIII, 11, 2, jüd. Kr. 1, 3, 4). Man mochte ihn darum auch wohl vorzugsweise ״Thurm des Kriegsherrn oder des Fürsten" nennen, daher מגדל נשיא und wegen seiner Festigkeit und Macht מגדל אל, zusammengezogen ־ . מגדיאל— Hierdurch fällt Licht auf eine Stelle in den Pirke d. R. Mieser v. .38, wo gesagt wird, daß Esau (Edom) hundert (d. h. sehr viele, hyperbolisch ausgedrückt) Provinzen erhalten habe, von Seir bis Mag diel, denn es heißt (Gen. 36, D) : .׳VN m אלוף מגדיאל אלוף עירם. Auf diese Worte gestützt Hat man seit Raschi (zu Gen. a. a. O.) Magdiel als midraschisches Epitheton des römischen Reichs angenommen, und auch Zunz (synagogale Poesie S. 438) führt dasselbe als Solches an. Inwiefern der ehomitische Stammfürst Magdiel mit Rom identistcirt werden konnte, haben Nachmanides, Elia Misrachi, Abrabanel, Samuel Jafe ein Jeder nach seiner Weise zu erklären versucht. — Allein näher angesehen hat jene Stelle gar nicht den Sinn, den man ihr unterlegt. Sie will vielmehr Folgendes sagen: Das heidnische Rom (Edom genannt, weil der romfreundliche Herodes edomitischen Stammes war) hatte ganz Palästina mit den annectirten Provinzen von Seir im Südosten bis Cäsaren im Westen unter seiner Botmäßigkeit. In Cäsarea, dem Sitze des römischen Procurators, concentrirte sich gleichsam die römische (edomitische) Macht in Palästina. Cäsaren ward früher und von den Juden wohl auch später noch, wie wir oben gesehen, מגדל נשיא oder auch wegen seines festen Thurms ,מגדל אל מגדיאל genannt. Daß nun im Westen Palästina's,' ganz -entfernt von seiner Basis Sei'r, ein so fester edomitischer Sitz sich befinde, wird in der gedachten Stelle durch den gleichnamigen ׳edomitischen Sr an Ul, Monatsschrift. IX. 3. 9

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