Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beleuchtung mehrerer Ortsnamen im Josephus und damit zusammenhängende Erläuterungen von Talmud- und Midraschstellen [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 4)
- Language
- German
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112 Recensionen und Anzeigen. Reisenden, E. Robinson (Palästina III, 604) von gedachtem See berichtet. ״Im Norden sind die Gewässer des See's mit einem sumpfigen Strich Landes von gleicher oder größerer Ausdehnung umgeben, worauf hohe Rohrgewächse und Schwertlilien.stehen, in welche, nach der Aussage unseres Führers, weder Menschen noch Thiere Eindringen können. Um die Zeit, wenn der See voll ist, wenn nicht immer, ist dieser Strich Landes ohne Zweifel mit Wasser bedeckt, so daß das Ganze eigentlich als zur Area des See's gehörig angesehen werden kann". Weiter heißt es, ״daß von dem Raume, den der See mit seinen Morästen einnimmt, die südliche Hälfte mit den reinen Gewässern des Sees bedeckt fei, die andre Hälfte dagegen bestehet aus dem besagten Sumpf. ״Durch diesen großen Morast sieht man zwei oder drei kleine Ströme ihren Weg nach dem See nehmen; —sie krümmen sich bedeutend und breiten sich gelegentlich zu kleinen Teichen aus, welche zwischen dem Rohr durch flimmern, aber weder den Namen eines besondern Sees verdienen, noch zulaffen". — ״Im Osten erstreckt sich der Sec und Morast bis ganz nach dem Fuße des Berges, der das Becken an dieser Seite einschließt". — Der See wurde daher wegen des ihn theilweise bedeckenden Gestrüppes und Flechtwerks ימה של סיבכי genannt (von סבך, Gen. 22,13, aramäisirt). Manche mochten ihn deshalb auch ״Schllfsee" nennen (סוף in סופני nach aram. Form pluralisirt so viel wie ״Schilfgewächse") oder ״bedeckter See" (von ספך), da man dessen Gewässer wegen des vielen, es bedeckenden Rohrgeflechts großentheils gar nicht wahrnahm. Ebenso nannte man. den See auch »2} ימה דסטבa1h0y_töViuc, Xijjüv-q) ״See der Zweige (die keine Oberfläche bedeckten)" vom aram. סומכא (Vgl. Targ. zu Ez. 31, 5 1 (סומכותיה). — So sind demnach alle drei Lesearten gerechtfertigt! Dieser See hatte überhaupt und hat noch jetzt gleichzeitig verschiedene Benennungen, wie aus den betreffenden Reisewerken ersichtlich ist. Josephus erwähnt an der bezeichneten Stelle (Alt. XIII, 15. 4) auch den Stratonsthurm {^iqcezoovoq nvqyov), und ich füge deshalb Nachfolgendes als damit connex hier bei. Dieser Thurm oder dies Castell ward von Herodes erweitert und Cäsarca benannt, im Talmud unter קסר־י bekannt, welches auch (Megilla 6 3.) מגהל שיה, nach der Leseart des Aruch (3. v. מגדל שד («הה in 1) פונכי und פומני sind, wie ich schon Vorstudien zu der Septuaginta S. l02 und 103 Anmerk. anführte, identisch und nur verschieden ausgesprochen, nach dein paläst. und babyl. Dialekt. D. R.