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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 3 · p. Seite 105

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 3
Article
Collectaneen
Date
1860-01-01
Page
Seite 105 (sequence 8)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 108 über den Ausdruck Kelam zwei Conjecturen auf. Entweder ist nämlich der Name dadurch entstanden, weil die Hauptfrage, um-die in jener Wissenschaft sich die Controversen bewegen, das Wort Gottes betraf, ob nämlich das im Koran enthaltene göttlich« Wort ewig oder erschaffen fei * * * * 7 8), und daher der Ausdruck Ilm al-Kalam, ״Wissenschaft des Wortes". — Oder Kelam ist, ebenso wie Mantik, eine Bezeichnung der Logik, welche letztere von jeher als eine der Hauptdisciplincn der Philosophie betrachtet wurdet. Ein anderer arabischer Schriftsteller jenes Jahrhunderts, der be« rühmte muselmanische Theolog al-Gazali, erkennt in dem Kelam die Wissenschaft, wie über einen Gegenstand zu streiten sei, und Motekallimun sind demnach all Diejenigen, die über einen Gegenstand Forschung anstellen und über ihn disputiren (S. Mosne Zedek sä. Gold. S. 171). Eine Ansicht, der sich auch Pocock anschließt *ל. Die maimonidische Schule dagegen, die den Doctrinen des Kelam bei jeder Gelegenheit den heftigsten Widerstand entgegensetzte, findet in dem Ausdruck Motekallimun (מדברים , loquentes), die spöttische Bezeichnung Jener, die nicht durch objective Wahrheit, sondern nur durch leeren Wortschwall, durch bloße Schönrednerei ihre Doctrinen zu begründen suchen. So wird dieser Ausdruck erklärt Den Namen Jahnd leitet er von dem arab. Worte HLda, zurückkehren, ab. 1׳i>« אנא וודנא soll nämlich Moses gesprochen haben (Th. I S. 247). Es ist diese Erklärung ein würdiges Seitenstück zu jener des Tacitus, der den Namen lluänei von dem Berge Jda (in Kreta) herleiten will (bist. V, 2). 7) Das Wort wurde nämlich von den moslemischen Theologen, ebenso wie die Macht, das Wissen, der Wille u. bergt, zu den Attributen Gottes gerechnet, und mußte daher, ebenso wie die übrigen das Wesen Gottes ausmachenden Eigenschaften, für ewig erklärt werden. Daher das Dogma von dem Nichterschaffensein des Korans, welches noch durch einige Ausdrücke im Koran unterstützt ward (vergl. Sur. 50, 2—4, wo der Koran als vor seiner Offenbarung schon bei Gott vorhanden gedacht wird, ebenso Sur. 13, 41). Die Motazila jedoch, welche Attribute wie das Gesicht, das Gehör, die Sprache nicht als zum Wesen Gottes gehörend betrachteten, leugneten daher die Ewigkeit des Korans. — S. Weil, historisch-kritische Einleitung in den Koran, S. 110. — Im More I, 71 wird diese muselmanische Streitfrage der christlichen über die Trinität an die Seite gestellt. — Pocock indessen wendet gegen diese Conjectur Schahrestani's ein, daß der- Streit über das göttliche Wort keineswegs von' solch hervorragender Wichtigkeit war, daß der Name Kelam dadurch hätte entstehen sollen (S. a. a. O-). 8) Auch Bachja nennt die Logik חכמת ד,דבר (Einl. zu Chob. ha-Leb.). S) I. e.

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