Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 4)
- Language
- German
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Zur Geschichte der jüdischen Aerzte. 95 verlassen, sein Ruf wie seine Praxis blieben im steten Wachsthum und. erstreckten sich weit über Hamburgs Gebiets. Trotz der Verkleiner'üngssucht und der Gehässigkeit, mit welcher ihm einige Hamburger Aerzte begegneten, wurde er zum Leibarzt der jungen Königin Christine von Schweden -ernannt. Bei den häufigen gefährlichen Krankheiten, welche sich Christine.durch ihre immerwährende Geistesanstrengung, so wie durch ihre rauhe und sonderbare Lebensart zuzog, ist es schwer zu bestimmen, wann Benedict's Hülfe von ihr in Anspruch genommen wurde. Schwer erkrankte sie im Jahre 1645 und als sie kaum hergestellt war, wurde sie von den Masern ergriffen, nach einiger Zeit befiel sie ein anhaltendes gefährliches Fieber, mit Symptomen, die eine Lungenentzündung befürchten ließen b). Aus den Worten, mit welchen sich Benedict in der seiner ״Monomachia" vorgeLruckten Widmung an die Königin wendet, glauben wir vermuthen zu dürfen, daß die Ernennung zu ihrem Leibarzte zwischen 1645 und 1647 erfolgte und er namentlich bei der letzterwähnten Krankheit von der großen Tochter Gustav Adolf's consültirt wurdet). - Man muß es der theils in den Himmel erhobenen, theils mit Füßen getretenen Christine jedenfalls hoch anrcchnen, daß sie, die Regentin des ״nordischen Spaniens", die Tochter des nur für den Protestantismus erglühten Helden von Lützen, doch vorurtheilsfrei genug war, ihr Leben einem jüdischen Arzte anzuvertrauen, denn sie war, weder vor, noch geschweige nach ihrem Uebcrtritte zur katholischcn Religion, trotz ihres freundlichen Verhaltens zu Menasse ben Israels, trotz ihrer Jahre langen Verbindung mit Don Manuel Teixeira, Freundin und Gönnerin der Juden. Sie wählte durch die viyunt et vigent et corpus illud gentis servaut atque adeo propagant. Legat qui volet ab . Hyerosolimis captis, quoties a princip. Romanis pulsi, quoties a Christianis etiam regibus sint: Mirabitur et vix credet yel paucos superesse in semen. At illi frequentes sunt et fiorent frequentes. 7) In der Widmung seiner MonomacMa versichert er, daß er von seinen zahlreichen Patienten Tag und Nacht in Anspruch genommen sei und nur die späte Nacht zu wissenschaftlichen Arbeiten verwenden könne. 8) Grauert, Christina und ihr Hof (Bonn 1837) I, 272. 9) Non ultimum locum sibi vindicat haec Monomachia in qua multa diluciclantur de vera medendi methodo in febribus sanguineis per yenae sectionem, cujus rnagni auxilii utilitatem Tu etiam potentissima Regina aliqucmdo experta es maximo mortalium gaudio. - 1) Vergl. ״Menasse ben Israel und die Königin Christine" in Steinschnei der's Biographie.