Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 3)
- Language
- German
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94 Zur Geschichte: der jüdischen:Herzte. erregenden Fehlgeburt, wie Benedict sie nennt, die berühmtesten und angesehensten portugiesischen Aerzte durch die abscheulichsten Lügen und Schmähungen herabzusetzen. Benedict wurde von Vielen angegangen, dem anonymen Berläumder zu erwidern. Mit beredten Worten , feuert Zacuto Lusitano ihn an, sich seiner Nation anzunehmen: . ״Wer ist jener Spötter, welcher mit solcher Frechheit gegen die jüdischen Acrzte portugiesischen Ursprungs Verläumdungen schmiedet? Was zögerst Du? Was säumst Du? Wozu diese ungewöhniiche Trägheit? Bist Du matt von Unthätigkeit? Wo ist Dein alter Eifer?" Benedict unterließ nicht seiner Pflicht nachzukommen, und vertheidigte sich und seine Genossen in der unter dem pseudonymen Namen Philotheo Castello von ihm erschienenen Schrift: . Plagellum calumniantium, seu Apologia, in qua Anonymi cujusdem calumniae rcfutantur, ejusdem mentiendi libido detegitui׳: clarissimorum!Lusitanorum Medieorum legitima metkodus commendatur, Empiricorum inscitia ac temeritas tarn quam perniciosa reipublieae damnatur (Amsterdam 1631.8.). In lobenswerther Weise zeigt sich Benedict in dieser Schrift auch als-Kämpfer für seine Genossen im. Glauben. Gegen sie schleudert der Berläumder die gröbsten Beschuldigungen und ist niedrig genug zu behaupten, daß sie die Religion des Staates nicht achten und das Wohl des Staates sich nicht angelegen sein lassen. Benedict weist auf Holland hin und ruft aus: ״Die sehr menschenfreundlichen Holländer befinden sich häufig in den Tempeln der Juden und loben ihren anhaltenden, fleißigen Besuch und ihre Andacht, ja, sie empfehlen sie in öffentlichen Versammlungen dem Volke zur Nachahmung. Dem allmächtigen Schöpfer werden von ihnen Hymnen gesungen, sie pflegen das mosaische Gesetz zu erklären.und für das Heil des Königs und der Staatsdiener zu. beten. Nichts liegt dem Juden so sehr am Herzen, nichts macht so ganz seine Sorgfalt aus, als Gott anzurufen, die Gottheit zu verehren; fern ist es ihm, das Geringste gegen die christliche. Religion zu unternehmen". Es liegt nicht in unserm Plane, auf diese in einem eleganten Latein abgefaßte, polemische Schrift näher einzugehen, sie bietet im Wesentlichen nichts, was nicht vor und nach ihm bis zum Ueberdruß wäre wiederholt worden 0). Benedict hat als Sieger den Kampfplatz 6) Nicht unerwähnt!vollen wir die Aeußerung des gelehrten Lipsias über die Juden lassen, welche Benediet de Castro S. 79 mittheilt: ״Isti (Judai) quod mirum et ter mirum est toties attriti vel exisi potius,