Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden in Dortmund
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Die Juden in Dortmund. ghelt vth doin to wokern in vnse land vnd bat ghelt weder vthmanen vnd in vordem mit vnsen gerechten". In Folge dessen nahm die Stadt aus: 1373 den Juden Vysche mit Frau und Kindern auf sechs Jahre und dem Rechte zum Wucher zwei Pfennige von der Mark die Woche; als Schutzgeld zahlte die Familie acht Mark der Stadt und vier Mark dem Grafen per Jahr. 1374 den Juden Viueline, SalomonS Sohn aus Kempen unter demselben Rechte; erzählte der Stadt jährlich vier und vierzig Gulden, dem Grafen vier Mark. In demselben Jahre die Juden Lefman, Sohn Sauls aus Lechenich, Jossel, Sohn Koefmans aus Dülken, den Juden Koefman von Lechenich unter obigen Bedingungen. 1375 dir Jüdinnen Johanna von Sürt und Rhke von Zülpich, sie zahlten alle zwei Jahre vier und zwanzig Gulden und zwei Mark dem Grafen. 1377 den Jacob von Grevenalveshagen, er zahlte vierzig Goldgulden jährlich, wovon der Graf jährlich zwei Mark erhielt ch. Don einem der hier genannten Juden hatte Ritter Heinrich von Hardenberg gegen Handschein Geld geborgt und dessen Rückzahlung bet adligen Ehren und eidlich gelobt. Der Verfalltag kam, der. Schuldner zahlte nicht. Der Jude schalt ihn ehrlos und meineidig. Hardenberg verlangte die Injurie bestraft und verklagte den Juden bei dem Bürgermeister und Rath der Stadt. Diese durchschauten die Sachlage und waren ehrlich genug/ ihn nicht gleich zu ׳richten. Aus dieser unscheinbaren Angelegenheit erwuchs Dortmund große Gefahr. Hardenberg verschaffte sich einen Anhang und schrieb der Stadt Fehdebriefe. Sein Plan, die Stadt zu überrumpeln, scheiterte, und eine mit ihm verbündete adlige Dame wurde nach Abwehr der Gefahr auf einen Wagen gebunden und mit ihm zu Asche verbrannt^). Der Jude blieb unbestraft, und die Freizügigkeit wurde seinen Genossen auch ferner gestattet. Läßt sich doch sogar ein Jude aus Jerusalem, Namens Samson, 1380 dort nieder! Einzelne der neu Eingewanderten zeigten sich der Stadt durch Geld-Vorschuß gefällig. Der Jude Vinus, Schwiegersohn des Schaep (Sew) aus Köln, welcher sich 1382 dort angesiedelt 4), Die in unserer Zeit stärker hervortretende Erscheinung, daß die Juden aus kleineren Oertern nach den größer» Städten verziehen, zeigt sich also auch schon damals! ö). Fahne, Dortmunder Chronik, 62ff.