Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden in Dortmund
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829248-2829252-2856960--05324-2856988- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hanau 1× ep/1047937
OCR text
Die Juden in Dortnmnd. '87 hatte, lieh bei seiner Aufnahme dem Dortmunder Rath hundert Goldgulden und die Witwe von Koepman, Pesseline mit Namen, welche sich 1395 dort niedergelassen hatte, schoß der Stadt 581 Gulden vor, zu einem Helling von jeder Mark Zinsen per Woche und gegen ein Unterpfand von 150 Gulden Werth, welches der Rath stets einlösen konnte, so daß dann die Summe um 160 Gulden vermindert wurde. Die Dortmunder Juden hatten sich über die Behandlung von Seiten der Stadt durchaus nicht zu beklagen; die eiserne Hand der Vehme, welche auf den Inden anderer Ortschaften, wie Frankfurt am Main, Hanau, Gelnhausen u. A. so schwer lastete 6 7 8), scheint die Juden Dortmunds verschont zu haben, wiewohl sich hier der berühmteste Freistuhl, ״ geheißen der Spiegel, gelegen uff dem Markte neben dem Raihnfe" befunden hatte. Freie Religionsübung war ihnen zugesichert, sie besaßen Synagoge und Frauenbad, sogar einen Diener der ״to seole rope" und hätten glücklich und zufrieden leben können, wenn sie nicht zuweilen von den Plackereien der Kaiser wären heimgesucht worden. Weil sie dem Kaiser Wenzel, der die Gelehrten haßte und das Geld liebte, den Opferpfennig nicht gezahlt hatten, mußten sie 1391 allen Edellenteu, damit diese ihm besser dienen könnten, die Schuldurkünden oder Pfänder zurückgeben ff; und weil die Juden Elyvn von Winheim und Isaak von Oppenheim die Kühnheit hatten, den güldenen Pfennig gar zu verweigern, erklärte Kaiser Ruprecht alle Juden Dortmunds in die Acht, die uns in folgendem interessanten Kirchen-Briefe aufbewahrt ist ff: Wir Ruprecht von gutes gnaden Römischer Kunig zu allen zyten merer des Richs, entbiten den Burgermeyster, Schefen, Reken und Burgern gemeiulich zu Dorpmunde, vnsern vnd des Richs lieben getreuen, vns gnad vnd alles gut, lieben getreuen, wie wol wir den Juden, Elyon von winheim und Jsac von oppenheim, vnssu camerknechten, solch güldin opperpfennig, die vns als einem römischen Kunig von aller judischait, die vnder dem Riche gesessen ist, jerlichen gefallen sollen, vfftzuheben befohlen haben, ydoch so sind die Juden zu Dorpmuude — vnsen gebotte 6) Man sehe die fleißige Arbeit von Usener, die Frei- und heimlichen Gerichte Westphaleus (Frankfurt n. M. 1832). 7) Fahne, Dortmunder Chronik, 98. ' 8) Fahne, Urkundenbuch II, 21S ff.