Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden in Dortmund
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Juden in Dortmund. 85 weil sie das Eigenthum der Vertriebenen und Erschlagenen augegriffen hatten ^) und die Juden waren schon lange zurückgekehrt, als der Bannfluch von den Dortmundern genommen wurde. Die vertriebenen Juden, welche zwei Jahre vor der Katastrophe von dem Stadtrathe den ״Friedhof, welchen sie seit alten Zeiten vor der Westen-Pforte besaßen" urkundlich zugesichert und die Erlaubniß erhalten hatten, ״auf dem Ostechelweg Grundsteine für eine Synagoge, Bad und Haus zu besitzen", kehrten schon mach zwei Jahren zurück. Hielt es doch nicht schwer, von geldbedürftigen Grafen das Recht zu erlangen, in der Reichsstadt wohnen zu dürfen! So wurde 1350 den Juden Nathan Lehmann und Vyn (Vinns)s) und deren Familien auf fünf Jahre Schutz und Beistand gewährt. . , Die Juden siedelten sich altmälig in Dortmund wieder an und verzogen aus verschiedenen Ortschaften dorthin, besonders seidem von dem Grasen Engelbert von der Mark dem Magistrat die Vogtei über dieselben war abgetreten worden. Graf Engelbert räumte nämlich mit Vorbehalt des Eigenthumsrechts laut Urkunde vom LO.^October 1372 b) Stadt ein, zu jeder Zeit und so viele Juden ausnehmen zu können, als ihr beliebe, so ״dat alle dey Juden, dey to Dortmunde komen to wonene mögen 9) Fahne, Urkundenbuch, II, 100: Consules et Universitäten! oppidanorum tremoniensium, occasione bonorum per Judeos ibidem relictornm tempore interfectionis sive expuhionis eorundem mim effecttbus siibsecntis. 1) Fahne, Urkuudenbuch, I, 142: Nos consules tremon. cupimus fore notum.... quod ab antiquis temporibus... judeis.. indultum est, quod a nostris concivibus emerunt aream,. super qua constructa est synagoga, balneum et domus versus plateam occidentalem sita super XXVI solidorum amauis redditibus, quos illa hereditas nostris conciuibus — soluere debebit. Volumus, ut judei... clictam aream... possideant... ita tarnen quod de ea... collectam, vulgariter dictam Schoet (Schoß) et ־yigiliam cum seruitiis fodienti consuetis faciant... et 81 fortassi in nostra ciuitate judeos... morari non posse contingerit... extunc dicta hereditas... no(s)tra erit... 81 vero judeos... redire contingerit... aream cum synagoga, Balnea et domo possideant... sicut prius... datum in crastino Lamberti M° CCC° XLVI0. 2) Diese Namen fehlen bei Zunz, Namen der Juden (Leipzig 1837), Byn (Vinns) vielleicht identisch mit Winne und Vinclin bei Zunz, a. a. O. 70. 3) Fahne, Urknndenbuch II. 140: 1376 übertrug Graf Engelbert dem Magistrat ״alle dey Rente und ghuylde, dey van den Joden binnen-Dorpmunde wonende jarlikes vallet, bitte so langhe, bat demseluen dey borgt 366 Mark vird seff Schillinge wol betalt"; Fahne,- Urkundenbuch I, 178.