Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 10)
- Language
- German
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66 Wissenschaftliche Aufsätze. (S. 71): ׳ .ומלן־ נחמיה המשיח יצא עטהם לירודים Er wird von dm Arabern erschlagen werden, weil er deren Bekenntniß nicht annehmen will: באוחו שעה הערבים אומרים לישראל בואו וחאמי:ו באמונתנו •וישראל טשיבין ־'אם אנו נהרגים אין אנו.כופרים בעיקר באותו שעה חרבות נשלפות — ונחמיה נהרג עמהם. Dann wird Elias mit dem (davidischen) Messias auftreten, aber Israel wird ihnen keinen Glauben schenken, weil Nehemia bereits als Messias erschlagen worden: ואליהו אומר להם קומו כי אליהו אני ווה מלק המשיח ואינם מאמינים בו לפי שבא נחמיה ונהרג. Dann wird aber unter andern, sieben Wundern auch das geschehen , daß der erschlagene Nehemia - Messias wieder auferfiehen wird: הנם הגי מעמיר להם נחמיה שנהרג. — In keiner andern Apokalypse tritt das messianische Triumvirat so zusammen auf, wie eben in dieser. Und eben darauf spielt Kaliri an mit den Worten: תשבי ומנחם וגם נחמיה. Es folgt also daraus unbestreitbar, daß Kaliri der islamitischen Zeit angehört, d. h. nach hem früher gefundenen Ergebniß, zwischen 700 — 806. So viel auch über Vaterland und Zeit Kaliri's gesagt werden mußte, so wenig läßt sich über seine poetische Leistungen sagen. Er zeigt sehr viel Künstelei, aber keine Spur von Kunst. In den 158 poetanischen Piecen, die uns vo.n ihm vorliegen, stößt man höchst selten auf ein schönes Bild oder auf eine poetische Wendung. Er besaß eine erstaunliche Sprachgewandtheit, aber keine Phantasie. Sein Talent ging ganz in dem Agadastoff auf, dem er sich knechtisch untecordnete, er wollte weiter nichts als Dolmetsch des Midrasch sein. Von diesem Gesichtspunkte muß er wie sein unmittelbarer Vorgänger beurtheilt werden. Man darf die Poetanen Josä b. Josä, Simon b. Kaipha, Januar, Kaliri und sicherlich auch Joch an an ha-Kohen die alten palästinensischen liturgischen Dichter und Palästina das Vaterland der neuhebräischen (poetanischen) Poesie nennen. Auch Babylonien hat Poetanen erzeugt, von denen einige bekannt geworden sind. Der Poetan David b. Huna war sicherlich ein Babylonier, denn der Name Huna zeugt eben so gewiß für Babylonien, wie Janna'i für Palästina. Aber dieser Name hat sich auch da nicht während der ganzen gaonäischen Zeit behauptet; der letzte Gaon, Namens Huna, starb 798. Man darf demnach den Poetan D. b. Huna nicht zu tief in der Zeit Herabdrücken. Er gehört spätestens dem neunten Jahrhundert an. lieber die von ihm stamwenden vorhandenen Piecen vergl. Landshut, Amude S. 59. Seine Manier ist ganz kalirisch. r-