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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 2 · p. Seite 60

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 2
Article
Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
Date
1860-01-01
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 Wissenschaftliche Aufsätze. gegen Edom und Seir als Typen für Rom und Christenthum. Er müßte demnach spätestens in die Zeit gesetzt werden, als noch Byzantiner Judäa knechteten. Darf man ihn so früh ansetzen? Aber woher hat er den Reim, der doch ein Prodcut der arabischen Literatur ist und die Bekanntschaft mit ihr voraussctzt? Diese Schwierigkeit kann nur gehoben werden, wenn sich nach« weisen ließe, daß Kaliri allerdings Literaturproducte benutzt hat, di« entschieden der islamitischen Zeit angehören. Noch hat kein Gelehrter die allerdings schwierige Arbeit unternommen, gründlich nachzuweisen, welche Agadas Kaliri benutzt hat, ein so dringendes Bedürfniß auch dieser Nachweis ist. Eine solche Arbeit würde den besten Aufschluß über das Alter -er Agada-Werke geben. Anstatt mit Zunz' Be« hauptung zu sagen: dieser Midrasch sei jung, denn er wird erst von Kaliri benutzt, würde es umgekehrt heißen müssen, er stellt sich als alt heraus, denn schon Kaliri kennt ihn. Eine solche Folgerung läßt sich zunächst für die Pesikta, ja gerade für die von Zunz degradirte Pesikta Rabbati oder Pesikta di R. Kahana anstellen. Kaliri hat am meisten Pesikta-Agadas benutzt, aber sicherlich nicht Pirke di R. Elieser, die laut meines Nachweises, im Anfang des neunten Jahr- Hunderts verfaßt wurden. Nun, aus der Benutzung eines eigenthümlichen Literaturproductes läßt es sich beweisen, daß Kaliri der islamitischen Zeit angehört. Meine Beweisführung wird weitläufig ausfallen, aber sie wird nicht ohne Interesse sein. — In den Pijut- Cyelus des römischeu Ritus für den neunten Ab und zwar zum Schluß hat Kaliri als Trostesworte messianische Vorzeichen hineingezogen, die ganz entschieden einer messianischen Apokalypse entnommen'sind. Aus dieser Entlehnung läßt sich ermitteln, daß, wenn Kaliri nicht später als 800, er auch nicht früher als 650 geblüht hat. Daß die betreffende Pijutpartie echt kalirisch ist, das haben Luzzato (in מבא zum römischen Ritus p. 25) und Landshut (in Amude Aboda S. 43) aus dem Zusammenhänge nachgewiesen. Der Erstere hat bereits darauf hingedeutet, daß die messianischen Partieen einer Apokalypse entnommen sind, nur hat er nicht die rechte bezeichnet, aber eben darauf kommt es an. Die jüdisch messianisch-apokalyptische Literatur ist nämlich sehr reich und bildet einen zweiten Thcil zur alten Mystik, wovon die theosophisch-angelologisch-uranoskenische Partie den ersten Th eil ausmacht (vergl. Monatsschrift Jahrg. 1859 S. 68). Im Grunde gehört die Glorification des Messias in der Pesikta v. o. 34 bis 37

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