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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 2 · p. Seite 59

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 2
Article
Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
Date
1860-01-01
Page
Seite 59 (sequence 3)
Language
German
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Wissenschaftlich« Aussätze.;59 tag ,ein kalirisches Pijut findet. Die zwei Einwürfe, welche Herr Rapoport dagegen erhoben hat, find nicht unerschütterlich. Den Ein- Wurf, daß sich im deutschen Ritus ein kalirischer מעמד für bett zweiten Passah-Tag findet, hat bereits R. Lipvman Heller beseitigt, daß jener Cyclus eigentlich für den ersten P.-Tag bestimmt war, an welchem man in Palästina die Perikope שור או כשב gelesen hat. Der ,zweite bessere Einwand, daß sich in der That von Kaliri für das Sukkotfest zwei Cycleu finden, welche beide sein Namensakrostychou,tragen., läßt sich dadurch heben, daß sich von Kaliri auch z w e i Cycleu für den neunten Ab finden, einen im deutschen Ritus mit dem Anfang; אאבין־ ביום מבך, und einen andern im italienischen Ritus mit dem Anfang: איכה אנו שפתינו. Beide sind den Benedictiouen bis ולירושלים adaptirt, und beide tragen Kaliri's Namens- Chiffre. Wie man sich die eine Erscheinung erklären will, kann man zugleich die andere erklären. Eine wahrgenommcne Schwierigkeit ist noch nicht im Stande, ein anderweitig feststehendes Resultat zu erschüttern. Für Palästina, als Vaterland Kaliri's, sprechen der Name Kirjai - Sepher, seine Abhängigkeit vom Jeruschalmi und die Nichtberücksichtigung des Babli, ferne Jüngerschaft bei dem Palästinenser Janna! und allenfalls noch der Gebrauch des Wortes בירבי קליד als Abkürzung von בך דבי statt des in Babylonien üblichen 2 בד דבי) Diese Momente geben Gewißheit genug gegen die vagen Annahmen von Sardinien, Italien, Griechenland oder Babylonien. Indessen darf nicht verhehlt werden, daß dadurch eine neue Schwierigkeit auftaucht, die gelöst sein will. War Kaliri ein Palästinenser, so müßte er vor der Herrschaft des Islam geblüht haben, da ec direct nirgends gegen Jsmael ankämpst, sondern immer nur 2) Man kann noch dafür anführen, daß Kaliri in der Kinah אינה ישנת תבצל! השרון viele palästinensische Städtenamen nennt, von denen einige sonst unbekannt find. Neben Maron, Sephoris, Jotazata, Arbel, Chabul (Chabulon), Bet-Maon, Mamlach (nbvv —nbiv»), Migdal-Nunija (Tanchea?), Aal am in kommen wenig bekannt« und ganz unbekannte Städtenamen vor: עיתזהלו , vielleicht das talmudische תיתל, feiner נפר עזיאל , עילפו, Saphet צפת, das erst in der Geschichte der Kreuzzüge genannt wird, dann Nazaret צרת: , das sonst in der jüdischen Literatur nicht vorkömmt, endlich noch ביח תוניה ,נפר י,תנת und אריח . Man kann dagegen einwenden, daß Kaliri in dieser Kinah eine alte, uns unbekannte Ugada benutzt hat. Mein das würde nur beweisen, daß Kaliri palästinensische Agadas gekannt hat, die nicht auf uns gekommen find, die er als Italiener oder Grieche oder auch als Babylonier schwerlich gekannt haben würde.

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