Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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-unser Poet« schreibt sich aus Kirjat-Sepher; diesem entspreche die babylonische Stadl Sippara, welche zugleich Stadt der Weisen und der Schreiber genannt wird. So weit der Stand der Frage. So viel die vorangegangene Untersuchung ergeben Hat. war Janna! ein Palästinenser. War nun Kaliri wirklich direkter Jünger Jannai's, so muß er ebenfalls in Palästina gelebt haben, und Kirjat-Sepher kann im buchstäblichen Sinne des Wortes ge« nommen werden. Dafür spricht die gewichtige Stimme R. Tams, der zwei Gründe dafür geltend macht. 1) Weil Kaliri lediglich für je einen Tag der Feste Pijut-Cyclen gedichtet hat. in seinem Vater« lande also der zweite Feiertag nicht vorhanden war. 2) Weil Kaliri dem jerusalemischm Talmud folgt und in vielen Punkten vom baby- Ionischen Talmud abweicht 1). Die betreffende Stelle, welche Luzzato aus dem handschristl. Machsor Vitry mitgetheilt hat (Kerem CHemed VI, soff.) lautet: וחדע דבימיו (בימי ר׳ אלעזר בירבי קליר) היה מקרשין על פי הראייה שלא תמצא לעולם בכל פיוטיו קרובה ליום שני של יטים טובים ואותה ליום שני של סכות כתוב עליה ימחוורים ישנים קרובה כעין קלירית, ואחות אשר לך כוספת נעשית ליוצר של י״ט ראשון של גשם. תדע שמזכיר טל בברכת מחיה מתים אלו היה ליום אחרון היה מזכיר גשם — וכל אותם פרשיות שבמסכת מגילה לימים טובים שבכל השנה לא הזכיר בפיוטיו, ואפילו תאמר שלא היה ר״א בר שמעון — ואחר היה מכל מקום ישי לך לגמר שטקריח ספר היה ובימיו היו מקרשין על פי הראייה, ובהרבה דברים הולק, על תלמוד שלנו ותופס לו שיטת תלמוד ירושלמי, — Der letzte Beweis von Kaliri's Verhalten gegen den babylonischen Talmud ist unwiderleglich, und man Lars nicht vergessen , daß es R. Tam ist, der ihn führt, er. der in beiden Talmuden Heimisch war, jedes Faltchm derselben untersucht hat. Wäre nun Kaliri ein Babylonier oder auch nur ein Grieche oder Italiener gewesen, so hätte er sich an den jerusalemischen Talmud weder halten können noch dürfen. Der Jeruschalemi war lediglich in Palästina bekannt und Autorität; ,außer- Halb Palästina's wurde er erst im zehnten Jahrhundert bekannt, aber auch dann noch immer in den Schatten gestellt und dem Babli untergeordnet. Aber auch R. Tams erster Beweis ist kräftig genug, wenn man bedenkt, daß sich nicht einmal für den zweiten Neujahrs- 1) R. Tam imiß dieses Moment in Kaliri's Abo da gefunden haben, wo dieser halachische Partieen behandelt hat, denn in den uns vorliegenden Kali- Äschen Pijutim ist so wenig Halachisches, daß fich daraus, nicht entnehmen läßt, ob er dem Jeruschalmi folgte und den Babli ignorirte.