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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 2 · p. Seite 56

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 2
Article
Schiller's Sendung "Mosis", zugleich ein Wort für und an Israeliten
Date
1860-01-01
Page
Seite 56 (sequence 12)
Language
German
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56 Schiller'« ״ Sendung Mofis". den übrigen Einwohnern zu vertheilen und ihnen gleiche Rechte mit diesen zu geben." Sv tadelt Schiller die alten Egypter, ungeachtet der imaginirten Gründe ihrer Abneigung. Sollte Man, ohne jene Gründe, nachdem drei und dreißig Jahrhunderte einander die am Sinai entzündete Fackel der Aufklärung gereicht, sollte man jetzt nicht mindestens überall, wo man das Andenken des Mannes feiert, die volle Wahrheit feines Worts begreifen, sollte man nicht endlich voll und ganz demjenigen entsagen, was nicht allein lieblos und ungerecht, sondern auch -- ״schlechte Politik" ist? Dies war Schillers Wort für Israeliten, aber auch an uns richtet sich noch ein anderes, es ist seine edle Würdigung des Charakters und des Benehmens Mosis, der, so hoch er auch stand, sich doch nicht seines Volkes schämte, doch nicht vergaß, seine besten Kräfte theilnehmeud ihrem Wohle zu weihen: ״Die egyptische Erziehung hatte sein Nationalgefühl nicht verdrängt. Die Mißhandlung seines Volkes erinnerte ihn, daß auch erein Hebräer sei, und ein gerechter Unwille grub sich, so oft er es leiden sah, tief in seinen Busen. Je mehr er anfing, sich selbst zu fühlen, desto mehr mußte ihn die unwürdige Behandlung der Seinigen empören." Dies wohlgetroffene Bild, von der Hand eines echten Künstlers entworfen, spricht auch ohne Erläuterung und-Nutzanwendung deutlich genug; es gibt, wie bereits angedeutet, Israeliten, die vor ihm nur die Augen niederschlagen können! So führet uns zu Moses und zur israelitischen Vergangen« heit auch das Schillerfest zurück. Wir sahen hier so viele Länder, vor Allen das Land, dem er angehörte, den Dichter feiern, alle Züge seines Handelns und Empfindens sammeln, um sein Bild lebensgroß aus dem Rahmen treten zu lassen. Israeliten! mit Recht betheiligt ihr euch bei der Bewunderung jeder Größe, wo sie sich auch zeige. Singet ja schon der Psalmist: ״Gern lenk ich meiner Freunde Gedanken auf Egypten und Babylon; siehe! Philistäa — so sprech' ich — und Tyrus, oder Aethiopien, denn Der ward dort geboren! Jedoch von Jerusalem, da kann man sagen: M an n er u n d M ä n n er wurden da geboren!" Ja, Du kannst wohl Deiner Vergangenheit Dich rühmen und der Männer, die über die/Bühne Deiner Vorzeit schritten, von Abraham beginnend, Deinem Patriarchen, den selbst die Heiden- Welt den Fürsten Gottes nannte, und Joseph mit seinem edlen

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