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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 2 · p. Seite 53

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 2
Article
Schiller's Sendung "Mosis", zugleich ein Wort für und an Israeliten
Date
1860-01-01
Page
Seite 53 (sequence 9)
Language
German
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Gchiller's ״ Sendung Mösts". 53 früher« pestartigen Uebeln befreien. Es wird zwar von den Nichts absichtlich verschweigenden biblischen Büchern einiger sehr seltnen Fälle von Hautübeln während der anderthalb Jahrtausende des israelitischen Staates erwähnt. Aber dies waren nicht Fälle von pestartigem Aussatz, sondern nur von meist leicht vorüber-- gehenden Ausschlägen. Sprechend ist hier die warnende Hin-- Weisung Mosts gegen Ende seiner Volkssührung auf eine vor fast vierzig Jahren, gleich nach dem Auszüge vorgekommene Hautkrankheit Mirjams, welche aber schon in acht Tagen geheilt und nicht Aussatz, sondern Ausschlag war. Dies war also der einzige und doch nur so unbedeutende Fall während der nächsten vierzig Jahre nach jener eghptischen Zeit. Palästina selbst aber ist eines der gesündesten Länder; auch Tacitus weiß voriger Gesundheit und Arbeitstüchtigkeit seiner israelitischen Bewohner zu berichten: corpora hominum salubria, et ferentia laborum, Hist. V, 6. Nur einem so gesunden Hirtenvolke, das durch häufige Bäder und durch mäßige und zweckmäßige Kost, wie Beides Gesetz und Sitte vorschrieben, dem Körper und auch der Haut das frische Leben zu erhalten und daher nicht an den ekelhaften Anblick des ״eghptischen" Aussatzes gewohnt war, nur ihm konnte das leichte Nebel, an dem Mirjam einige Tage gelitten, als ein abschreckendes Beispiel für alle Zeiten aufgeführt werden., Also weder irgend eine unmittelbare Nachricht aus dem Alterthnme oder den treu erzählenden biblischen Büchern, noch auch Manetho selbst spricht dafür, daß der Aussatz bei Israeliten vorgekommen oder gar je epidemisch gewesen. Gegentheils Alles widerspricht einer solchen Annahme, Alleweiset das Vorkommen dieser abscheulichen Krankheit dahin, wo sie in der That auch mitunter epidemisch war, nämlich nach Egypten. Wozu nun aber, so wird man nicht ohne Grund fragen, jene umfassenden und strengen Anstalten, welche Moses gegen den ״Aussatz" trifft? deuten sie nicht auf ein im Volke verbreitetes Nebel hin? Die Nächste Antwort hierauf ist, daß die Vorsorge ja nur gegen Einschleppung und Verbreitung gerichtet sein könne, daß z. B. die polizeilichen Anordnungen, welche bei uns in Bezug auf das Vorkommen natürlicher Pocken getroffen sind, doch nicht als Beweis gelten können, daß dieses ansteckende Uebel im Lande grasfire. Wir haben indeß diesem Theile der Mosaischen Gesetzgebung brreits früher eine unbefangene und eingehende Forschung gewidmet

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