Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Schiller's Sendung "Mosis", zugleich ein Wort für und an Israeliten
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 6)
- Language
- German
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50 Schiller'- ״ Sendung Mssts ^. kanntlich auch in neuerer Zeit in mehrfacher Beziehung Gewicht, da die von ihm erhaltenen Fragmente für die alte egyptrsche Geschichte, mit Vorsicht, brauchbar sind. In unsrer Schrift ״zur Kritik Manetho's" (Forschungen auf dein Gebiete d. Hebt. egyptischen Archäologie 11.) haben wir uns über denselben nach sorgsamer Prüfung ausgesprochen. Das Fragment über die Aussätzigen findet sich bekanntlich bei Josephus c. Apion. 1.I. c. 26. Es lautet: ״Der egyptische König Amenophis wollte die Götter sehen. Hierzu wurde ihm von einem weisen Manne, der gleichfalls Amenophis hieß, unter der Bedingung Hoffnung gemacht, daß er das Land von unreinen und aussätzigen Menschen reinige. Er ließ diese sammeln; es kamen bis auf acht Myriaden zusammen, und er schickte sie in die Steinbrüche auf der Ostseite des Nil zur Arbeit. Nachdem sie bei diesen anstrengenden Arbeiten eine lange Zeit zugebracht, so räumte ihnen der König (dem der oben genannte Amenophis sterbend noch geweissagt, Andere würden Jenen zu Hülse kommen und sie würden dreizehn Jahre über Egypten herrschen) Avaris ein, welches ehemals den Hirten gehörte, jetzt aber von Einwohnern leer war. Hier wählten sie zUM Oberhaupte einen Priester von Heliopolis, Namens Osarsiph. Dieser befahl ihnen, keine Götter zu verehren, fich keiner den Egyptern heiligen Thiere zu enthalten, sondern sie zu schlachten und zu verzehren, und Verbindungen außer ihrer Gemeinschast nicht einzugehen. Nachdem er viel desgleichen, was besonders egyptischen Gebräuchen zuwider war, angeordnet, ließ er die Stadt befestigen und das Volk sich zum Kriege gegen Amenophis rüsten. Er sandte auch Boten zu den von Thetmosis vertriebenen Hirten nach Jerusalem und ließ sie zur gemeinschaftlichen Unternehmung auffordern. Diese kamen, hocherfreut, sogleich, 200,000 Mann stark nach Avaris. Amenophis ließ seinen fünfjährigen Sohn Sethos, der nach dem Namen des Vaters Rampses, auch Rameffes genannt wurde, zu einem Freunde bringen, und rüstete sich mit den andern Führern znm Kampfe. Doch in der Meinung gegen die Gottheit zu kämpfen, unterließ er denselben und zog sich, zur Verbüßung des dreizehnjährigen Exils, mit den religiösen Heiligthümern nach Aethiopien zurück. Unterdessen übten die Svlymiter mit den aussätzigen Eg HPtern viele Grausamkeiten aus; sie verbrannten die Städte, mißhandelten die Priester und tödteten die heiligen Thiere. Der Gründer der Republik soll ein Priester von Heliopolis gewesen