Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 467 (sequence 31)
- Language
- German
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Jqhresb nicht der aflatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59. 467 Cultus der Religion. deren Liturgie diese Bücher ausmachen, und ungeachtet dieser Hülfsmittel gibt es wenig schwierigere Probleme als die Erklärung des Zendavesta. Uebrigens häufen sich die Ma« terialieu und Arbeiten dergestalt, daß die von großen Handschriftensammlungen entfernten Gelehrten sich mit diesem Gegenstände nicht beschäftigen können, ohne in großem Nachtheil zu sein. Die Aus« gäbe Westergaurd's ist vollendet, die des Herrn Spiegel schreitet-vorwärts, und außer den allgemeinen Arbeiten erscheinen partielle über wichtige Abschnitte des Zendavesta. So veröffentlichte Haug die erste Hälfte einer Uebersetzung und eines Kommentars über den schwierigsten Theil des Kayna, die Gathas^). Es sind dies, alte in der Liturgie bewahrte Hymnen in einer Sprache, die alter ist. als die des übrigen Zendavesta. Spiegel ist der erste, der diesen Unterschied zwischen ihnen und den übrigen Büchern, entdeckt hat. Haug hatte schon einen Versuch über die Gathas veröffentlicht, er kommt nun darauf mit mehr Erfahrung und mit reicheren Hülfsmitteln aus gestattet zurück und gibt uns eine Umschreibung des Textes, eine doppelte Uebersetzung und einen weitläufigen philologischen Commentar dieser Stücke, auf-welche er eine Grammatik dieses Dialektes folgen zu lassen verspricht. Diese Herausgabe hat zwischen ihm und Spiegel einen Principienstreit erregt, ähnlich demjenigen, welcher die europäischen Erklarer spaltet. Haug kümmert sich wenig um die Tradition; er zieht den Pehlewi- und Parsiübersetzungen die Hülfsmittel der Etymologie und der Vedasdialekte vor. Spiegel im Gegentheil hält an der Tradition fest, die er durch den persischen Dialekten entnommene Etymologien controllirt und wendet sich nur in letzter Instanz zu der Sprache der Vedas. Beide Gelehrten benutzten dieselben Hülssquellen, aber in umgekehrter Weise und der Unterschied, der daraus in der Erklärung entspringt, ist bedeutend. Spiegel veröffentlichte den 2. Band des Zendtextes und die Pehlewiübersctzung, welche das Vispered und Kayna umfaßt, ferner den 2. Band der dieselben Bücher enthaltenden deutschen Uebersetzung. Diese Uebersetzung ist von einem Commentar begleitet, der .sich mehr an den Stoff als an den für eine besondere Reihe von Bänden reservirten philologischen Theil hält. Diesem Bande . 3) Die Gathas des Zarathustra, herausgegeben überseht und erläutert von vr. Martin Haug. I. Theil. Leipzig 1858 in 8. (XVI, 246 S.) in dem 2. Bande der Abhandlungen der D. M. G.