Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 30)
- Language
- German
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466 Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/SS. Zweifel gesichert denken sollte, an. Hieraus legt er seine eigene In. terpretation der medischen und assyrischen Texte vor. Was die letzteren betrifft entfernt er sich im Primip nicht von seinen Vorgängern, denn er behandelt nach ihrem Vorgänge das Assyrische als eine semitische Sprache, er bringt es blos mehr mit dem Arabischen als mit dem Hebräischen in Verbindung. Das Medischr, das man heute für «ine scythische Sprache hält, macht er zu Pchlewi, das heißt zu einer jener gemischten, arische und semitische Element«.werbindenden Sprachen, die sich im ganzen Alterthum an der Grenze zweier Racen bildeten. Wenn es gelänge, uns von der scytischen Hypothese und von allen Verwickelungen, die sie mit sich bringt, zu befreien, so würde man der Entzifferung des Affyrischen einen großen Dienst erweisen; aber bis jetzt gibt uns Herr von Gobineau nicht die Mittel dazu, weil er die Methode, durch welche er zu seiner Entzjfferung gelangt, noch nicht angegeben hat. Die persischen Keilinschriften haben keine neue Arbeit hervorgerufen, wenigstens ist keine zu meiner Kenntniß gelangt; aber die Zendtexte waren der Gegenstand mehrerer wichtiger Werke. Ein Parsi aus Bombay, Sohrabji Schapourji, ließ ein« Abhandlung über die Bücher des Zoroaster, ihre Anthenticität und die׳ Sprache, in׳ der sie geschrieben wurden , drucken ^). ׳ Aber dieses Werk ist in der Guzzaratisprache geschrieben und ich sehe mich genöthigt, einem gelehrteren Mann als ich bin, die Aufgabe, dessen Inhalt und Bedeutung anzugeben, zu überlaffen. Die Zoroasterstudien gingen in Europa ihren Lauf fort und brachten mehrere beachtenswerthe Werke hervor. Diese Studien liefern einen schlagenden Beweis von der Schwierigkeit, die sich unt entgegenstellt, um ausgestorbene Sprache wieder aufleben zu lassen, um in die Geschichte der alten Zeiten einzudringen und uns von den alten Anschauungen Rechnung zu verschaffen- Wir haben in dem Zend a v e sta eine ziemlich bedeutende Sammlung von Büchern, die in einer mit der Vedassprache verwandten und das׳ Reupersische an Alter überragenden Sprache geschrieben׳ sind. Wir besitzen Coinmentare zu diesen Büchern, in Pehlewi, Sanskrit und Parsi, wir haben die Bücher der Neuperser, die uns. eine fast ununterbrochene Tradition überliefern, endlich haben wir den,noch vorhandenen 2) Versuch über die religiösen Bücher des Zoroaster, die Sprache, in der sie verfaßt wurden und ihr Alter von Sohrabsi Shapourjt. Bombay 1859. (198 S.) in der Guzzaratisprache.