Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 461 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829234-2829247-2856842--05183-2856878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59. 46} Herr Payne Smith fand in den syrischen Manuscripten des British Museum eine fast vollständige Uebersetzung der Homilien des h. Cyrill über das Lukasevangelium , deren griechisches Original größtentheils unterging; der Oxforder Senat ließ sie mit gewohnter Liberalität abdrucken. Die letzte und bei weitem wichtigste Veröffentlichung ist eine bisher unbekannte Redaction der Evangelien in syrischer Sprache, welche Cureton unter den aus Theben gebrachten Manuscripten entdeckt hat 1). Der Editor beweist mit viel Gelehrsamkeit und Scharfsinn, daß dieser Text älter sei als der Peschitthotext des N. T. und daß dieser letztere im Grunde nichts weiter als eine neue Redaction dieses alten Textes sei, in welchem eine größere Annäherung an den griechischen Text angestrebt wurdet. Diejenigen, denen es bekannt ist, welchen Gebrauch man von den alten!Übersetzungen des N. T. für die Kritik des griechischen Textes macht, werden augenblicklich die große Wichtigkeit der Entdeckung einer nicht blos alle vorhandenen Handschriften des griechischen Textes, sondern auch alle bekannten Uebersetzungen an Alter überragenden Uebersetzung einsehen. Aber die Wichtigkeit dieses neuen syrischen Textes für die Kritik des Matthiasevangeliums ist noch größer, weil dieses Evangelium hebräisch abgefaßt war und wir es nur in einer griechischen Uebersetzung besitzen, deren Verfasser und Zeitalter uns nicht genau bekannt sind. Eureton. der mit Ausführlichkeit und Schärfe die Beziehungen zwischen der Peschittho, dem von ihm veröffentlichten und dem griechischen Texte bespricht, weist nach, daß sein syrischer Text keine Uebersetzung aus dem Griechischen ist, er ist vielmehr entweder eine directe-Uebersetzung des Matthiastextes oder dieser Text selbst. In dem einen oder anderen Falle ist das Buch von großer Wichtigkeit, besonders in dem letztern; denn bei dieser Annahme würde uns der Text die eigenen Worte, Jesu und in dem von ihm gesprochenen Dialecte geben. Cureton selbst scheint sich-dieser Lösung des Problemes zu- 3) 8. Cyrilli Alexandriae episcopi commentarii in Lucae evangelium quae supersunt syriace; e ms. apud Museum brittannicum edidit R. Payne Smith. Oxford 1858 in 4. (XXII u. 447 S.). 4) Romains 05 a very ancient recension of the four Gospels in Svriac, hitherto, unknown in Europe, discovered, edited and translated by "W. Cureton. London 1858 in 4. (XCV, 87 S. mit einem Facstmile und unpaginirt.) 5) Wogegen Ewald in seinen Jahrbüchern in der Kritik des Cureton'schen Werkes gegründete Bedenken erhoben hat. Anm. des Uebers.