Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 451 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829234-2829247-2856842--05173-2856868- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JahreSberichtder asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59. 451 Dienste leistete, dessen Werke Niemand entbehren kann und an dem man bloß die Fehler hervorhebt? Uebrigens ist Herr Engelmann nicht der Einzige in diesem Falle und auch nicht heftiger als viele Andere, bei deren Werken ich wohl dieselbe Bemerkung machen könnte. Herr William Wright zu Dublin veröffentlichte eine Sammlung kleinerer Karabischer aus der Leydener Bibliothek geschöpfter Schriften d), in welchen er zwei kleine lexicographische Abhandlungen, «ine Abhandlung über die Metrik, einen kleinen Diwan des Thahman, eines Dichters aus dem ersten Jahrhundert der Hegra, und eine Sammlung lyrischer, in der Zeit vor oder kurz nach Mohammed entstandener Dichtungen zusammengefaßt. Herr Wright versah sedes dieser Stücke mit erläuternden Noten und kleinen Vokabularen, aber er lieferte nicht die Uebersetzung derselben, was wenigstens für poetische Stücke zu bedauern ist, die auch für Nichtorientalisten Interesse gehabt hätten.. Es heißt soviel, als die Literaturen Asiens immer und ewig in einen kleinen Kreis der Eingeweihten einzuschließen, wenn man dem großen Publicum die Mittel, sich an den Erzeugnissen des orientalischen Geistes zu betheiligen, entzieht. Die arabischen Poesien der ersten Zeiten sind immer interessant für uns. Die Grammatiker von Bagdad und Kusa haben sie bloß zu philologischen Zwecken gesammelt und der Vergessenheit entrissen, aber sie enthalten die trefflichsten Aeußecungen der Sitten und des Geistes der Araber. Die Verfasser dieser kleinen Poesien waren keine Dichter von Profession; sie machten Verse, um ihre Gefühle auszudrücken oder um die Erinnerung an eine denkwürdige That aufrecht zu erhalten, und jene unter diesen Poesien, die sich des größten Beifalls erfreuten, verbreiteten sich unter den Stämme» durch mündliche Recitation. Man kann in der Vorrede des Herrn Wright ein sonderbares Abenteuer Nachlesen, welches dem Thamahn zugestoßen war und die Veranlassung zu seiner vorzüglichsten Dichtung gab. Später, als das Reich der Araber sich unter dem Chalifate vergrößerte, behielt die Poesie ihren Einstuß, aber ihr Geist modisicirte sich gründlich. Man wollte ihre ursprüngliche Form und Sprache beibehalten; man begnügte sich demgemäß mit der Form der Kasside, obgleich dieser enge Rahmen zu den neuen Anforderungen nicht sehr gut paßte, man ging in die Wüste, um bei den 9)׳ Opuscula arabica, collected and edited from ms. in the ־university library of Leyden by William Wright. Leyden 1859 in 8. (XVIII, ־ .(8 132