Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für das Jahr 1858/59
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 450 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829234-2829247-2856842--05172-2856867- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
480 Jahresbericht der asiatischen Gesellschaft für dasIahr 1858/59. Schilderung durch Anekdoten und llebersetzungen einzelner Poesiestückt erläutert; hieraus erörtert er die Aendcrung, welche.der Islam in die Stellung der Frauen gebracht hat und verfolgt in solcher Weise diese Geschichte bis zum Chalisen Mamun, wo er sie abbricht, weil die Frauen' von jener Zeit an immer mehr.herabsanken. Abes dieß in einem lebendigen, sprudelnden, oft übersprudelnden und zuweilen Harten Stile erzählt, bildet ein lehrreiches Buch und zeigt «in« wenig gekannte Seite des arabischen Lebens. Der Verfasser citirt fast nie seine Quellen; ich glaube, daß ein großer Theil der poetischen Erzählungen aus dem Kitab-al-Aghani, die andern aus verschiedenen jener großen Sammlungen von Sittensprüchen gezogen sind, die gewöhnlich in Kapitel getheilt sind, deren jedes eine Tugend oder ein Laster bespricht. . Die arabische Poesie scheint einen Theil jener Popularität wieder zu gewinnen, deren sie sich ehemals erfreute und welche die vorwiegende Begünstigung der historischen Studien ihr eine Zeit lang entzog. Dieser Umschlag war unvermeidlich, denn man kann eine Literatur nicht nach einer Seite hin erforschen. Herr Engelmann veröffentlichte in Leyden den Diwan des Hadira^), eines Dichters aus , der Zeit Mohammed's, von dem bloß einige wenige Poesieen der Vergessenheit durch die Bagdadensischen Grammatiker entrissen wurden, als sie in cher Wüste die Trümmer der alten Poesie sam?i mellen. Herr Engelmann versah sie mit dem Commentar des Iezid. mit kritischen Noten und einer lateinischen Ueberfetzung. Es ist dieß eine mit großer Sorgfalt ausgesührte Arbeit; ich kann mich aber nicht enthalten, eine Bemerkung über die fast rohe Art zu machen, mit der derselbe gegen Herrn von Hammer losfährt. Es ist, so denke ich, wohl bekannt und anerkannt, daß Herr von Hammer mehr als zuviel arabische Poesien in deutsche Verse übertragen Hat, ohne sich die hierzu erforderliche Zeit zu gönnen und ohne die unerläßlichsten Hülfsmittel zu besitzen; es ist ferner sehr natürlich״ daß Gelehrte, die diese Arbeiten im Einzelnen wieder vornehmen und sich aus verhältnißmäßig kleinere Partien beschränken, viele Unvollkommenheiten und Jrrthümer entdecken. Aber welch ein Vergnügen kann denn das wohl sein, unablässig Steine auf das Grab eines Mannes zu werfen, der den orientalischen Wissenschaften so viele 8) Al-Hadirae Diwanus cum Al-Yezidi scholiis, ex codice ms. arabice edidit, versione latina et annotatione illustravit Dr.G. H. ־ Engelmann. Leyden 1858 in 8. (14 und 18 8.).