Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 429 (sequence 11)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aussatz?/ 429 für ihn. Denn ererkennt in sich ein Zweifaches: einen körperlichen Gneist, und ein von Gott abhängiges, daher möglich-seiende.s Wesen. Aus dieser Dreiheit von Begriffen nun im Denken des Erst- Bewirkten, nämlich: Gott, körperloser Geist und Möglichkeit der Existenz, gehen auch drei Emanationen aus : Eine Intelligenz, ferner die Seele und der Leib der ersten Himmelssphäre. Ans dieser derart emanirten Intelligenz aber, die ebenfalls solch eine Trias von Begriffen in sich trägt, emaniren dann wieder drei Existenzen: eine Intelligenz, die Seele und der Leib der Fixstern-Sphäre. Und so zieht sich die Kette der Emanationen fort, bis sie endlich bei der zehnten und letzten Intelligenz stehen bleibt, welche der ״ thätige Verstand" oder auch der ״Formengeber" 3) genannt wird und aus der die sublunarische Welt emanirt. Zur Emanationslehre, so wenig mit dem wahren Geiste des Judenthums, vereinbar, bekannten sich dennoch.auch indische Forscher ersten Ranges, wie Gebirol^) und Maimoni^), und vorzüglich die Kabbalisten 0). 3) Ueber die Lehre vom ״thätigm Verstand" oder dem ״Formgeber" vgl. Kusri I, 1; IV, 25; V, 4, 10 und 12. — Emuna rama II, rad. 4, e. 1; More II, 4 und 12: Gersomdes, Milcham. I, 5; V, 13; Jkkar. II, 11; IV, 30; Ruach Chen III. — Bedraschi, Bechinoth Olam c. :37 sagt von dem thatigen Verstände, in der Schilderung der Engel: ויש מהם מלאך מליץ בשפל מדרגותם, ש מהו הבורא חונן שהלינו תחת שמי י״י, המציאות וההשכמה ו ה השאר — und deutet hier aus die Unsterblichkeit hin, die nach Ansicht damaliger Philosophen, nur durch Vereinigung mit dem thätigen Verstände zu erlangen ist. — Scharastani (Th. I,/S. 60) spricht von zwei Setten, die überall, wo im Koran von einem Schauen Gottes die Rede ist, dies ans den ״thätigen Verstand" beziehen — eben so spricht Maim., der die in der Schrift befindlichen Ausdrücke ראה חוה הבמה, in Bezug auf Gott als ein. ״intellectuelles Auffassen" (אדראך עקלי) erklärt, von Geistesbeschränkten (מקצרים), die unter diesen Ausdrücken ein sinnliches Schauen verstehen, das sie auf die Wahrnehmung von Engeln beziehen (S. More I, 5). Del Medigo, Nobloth Chochma, hat eine eigne Abhandlung ״über dm ,,thätigen Verstand". 4) Vergl. die im More Ha-More S. 94 gebrachte Stelle: הבריאה תרומה כגביעת המים מהמקור. Ebenso in der ״Königskrone":?*משוך משך היש מן האין כהמשך האור המצא מן העין. Die das. befindliche Stelle: והחכמה מקור חיים וממך נ,םע<ת, erinnert ganz an die plotinische Emanationstheorie, denn auch nach Plotin ist die erste Ausströmung Gottes, die Vernunft oder Weltintelligenz. Bei. den Kabbalisten .hingegen ist diese schon das zweite Emanat. S. 9t. Asriel .שם הפח הראשון קרוי רום מעלה... והשני חכמה שהוא תחלת ההשתנלוח: (פירוש י׳ מכירות) 5) More II, 12. ‘ 6) Vgl,. Zkk, II» 11. In . der Kabbala wußte man ebenso die Vielheit