Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 430 (sequence 12)
- Language
- German
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430 Wissenschaftliche Aussätze. Diese Emanationstheorie fand jedoch in Algazali einen Gegner. Wie sollten, sagte er, aus bloßen Begriffsvielheiten reale Vielheiten hervorgehen können??) Auch dessen Zeit- und Gesinnungsgenosse Jehuda halevi ist entschiedener Gegner dieser Theorie. ״Diese Doctrin", sagt er, ״haben die Menschen nur darum angenommen und sie für speculativ ׳erwiesen betrachtet, weil griechische Philosophen sie gelehrt. Und doch ist die ganze Theorie bloße Hypothese, gegen die sich gar Manches einwenden läßt. Warum z. B. blieb die Ema- Nation stehen? hörte denn die Kraft des emanirenden Principes auf? Ferner, warum entstand nicht aus dem Bewußtsein des Saturn von dem, was über ihm ist, Etwas, und aus seinem Bewußtsein von dem obersten Engel wieder etwas Anderes, so daß die Emanationsformen desselben vier wären (statt wie behauptet ward, daß aus jedem Engel nur drei emauiren)? Woher wissen wir überhaupt, daß aus dem Bewußtsein von sich selbst eine Sphäre, und aus dem Bewußtsein vom Ersten ein Engel werde? Demgemäß sollte wohl auch von Aristoteles, da er behauptet, sich seiner bewußt zu sein, eine Sphäre emaniren; so wie, da er vorgibt, ein Bewußtsein von dem Ersten zu haben, sogar.ein Engel von ihm emaniren müßte "* * * * * * 7 8). Aehnlicher Weise eifert auch der Verfasser des Emuna rama gegen die Emanationsdoctrinen.: ״Ich begreife nicht, welche Beweiskraft jenen Sätzen innewohnt und wie sich überhaupt solche Sätze beweisen ließen. Sie wollten einer Schwierigkeit entgehen und verstrickten sich in viele andere" 9). Es darf übrigens den denkenden Lesern bei solchen Untersuchungen nicht befremden, Koryphäen der damaligen Philosophie über derlei, ganz jenseits des menschlich-geistigen Gesichtskreises liegende und Gegensätzlichkeit in der Ecscheinungswelt, vorzüglich aber die Existenz der Materie und der Sünde nicht anders zu erklären, als durch die Annahme der Emanation, die ein immer abwärts steigendes Stusenverhältniß darstellt, so daß die je mittelbarere und von Gott entferntere Ausströmung einen immer geringem Grad von Vollkommenheit besitzt und immer mehr sich verdichtet (נעלם, מושבל, מוטבע, מורגש). Denn ebenso wie das Mannichfaltige har Gott auch das Mangelhafte in der Welt gewollt, damit der Mensch in dem Kriege und Siege über dasselbe erst zur wahren Vollkommenheit emporsteige. S. Merr ben Gabbai, Derech Emuna, ad. Goldberg, S. 3 b. 7) S. Z?k. 1. c. Jbn Roschd, Dest. destr. disp. IV. Tennemann, Gesch. d. PH. S. 38S. 8) Kusri IV, 28. 8) II, rad. 4. c. 3: ...ואנחנו לא נבין היות אלו המאמרים מופתיים,