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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 11 · p. Seite 426

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 11
Article
Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
Date
1859-01-01
Page
Seite 426 (sequence 8)
Language
German
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426 , Wissenschaftliche Aufsätze. diese Frage die Runde. Sy bei Saadiaff), bei Jehuda Haler)!?), bei Wachja ben Joseph 1 2 3 4 5 6 7 * 9), bei Abraham ben Davids bei Maimoni3), bei Nachmani3), bei Levi ben Gerson *0, bei Jsak ben ScheschetH, bei Albo3), bei Ahron ben Elia *), bei Jsak Arama 2) u. bei v. A. Und wir müssen es zur Ehre sämmtlicher jüdischer Forscher sagen, daß ihnen allen die menschliche Willensfreiheit, dieses höchste Adelsdiplom des Menschen, das ihn selbst über die Engel stellt, als unantastbares Postulat gilt 3). Doch wie verträgt sich die göttliche Präferenz mit der Freiheit des Menschen, oder was dasselbe ist, mit der Natur des Möglichen? Wir sehen bei der Lösung dieser Frage zwei jüdische Religions- Philosophen einen sehr freien Standpunkt einnehmen. Der eine ist Abraham ben David. Er unterscheidet nämlich zwei Arten von Möglichkeiten. Das subjektiv Mögliche, wo die Ungewißheit nicht in der Natur der Sache, sondern nur in unserm Wissen liegt. So ist es für den in Spanien lebenden Menschen ungewiß, ob der König von Persien heute lebt oder gestorben ist, obschon einer von diesen beiden Fällen ganz gewiß sein muß. Diese Art von Möglichkeit «xistirt vor der Allwissenheit Gottes nun freilich nicht. Es gibt aber auch noch eine zweite Art, nämlich das objectiv Mögliche, wo das Unentschiedene eben als solches von Gott beabfichtet und geschaffen worden, wie z. B. die Möglichkeit beim Menschen gut oder schlecht zu sei», hierbei mag Gott immerhin nur ein unentschiedenes Wissen von dem künftig eintretenden Falle eingeraumt werden. . . 1) Emunoi IV, 3. 2) Kusri V, 20. 3) Chobot halbaboth III, 8. 4) Emuna mma II, rad. 6, c. 2. 5) Mischna-Eomment. Aboth III, 19; hilch. teschuba V, 5; More III, 20. 6) Pent. Comment. Genes. 22, 1. 7) Milcham. III, 2. Pent. Comment. zu nn1׳. .8) R. G, A. Nr. 119. 9) I. e. IV, 2. 1) Ez chajim e. 86. 2) Meda, xorta 19, 21, 10S. 3) Scharastani will zwar auch im Zudenthume Anhänger des Fatalismus Nachweisen. So sagt er I. e. Th. I, S. 249: Was die Behauptung des Kadar anbelangt, so haben sie (die Jahud) darüber dieselben verschiedene» Ansichten, als die beiden Secten des Jslam.^ Die Rabbanichun entsprechen der Mutazila, und die Karrüün der Mudschabbira". — Indessen ist dies aus den auf uns herabgekommenen Schriften der Karäer nirgends zu entnehmen.

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