Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829234-2829246-2856788--05135-2856820- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wissenschaftliche Aufsätze. 421 liche Wesm der Erde, der nur die leidende Rolle des Bewegtwerdens zukommt; zweitens in einer höhern Stufe, die wohl erschaffenen aber immatriellen Wesen der Engel, die bewegen und zugleich bewcgt werden; endlich an der Spitze alles Dessen, das Höchste und Vollendetste, das unnennbare Wesen, das, selbst unbewegt, bewegt 2 * 4 5 6). b. Mit der Bezeichnung primus motor fast identisch ist die Benennung ״ erste Ursache"2). Die Mutakallimun jedoch 'vermieden diese letztere Bezeichnung^). Denn, sagten sie, nennen wir Gott die Ursache, so folgt hieraus mit Nothwendigkeit die Existenz einer Wirkung, was zur Annahme der Wcltewigkeit führen müßte, daß nämlich das Universum eine nothwendige Folge der göttlichen Existenz ist. Sie fanden es daher gerathener, Gott als den ״Handelnden"2) zu bezeichnen,' um dadurch fein freies Verhältniß zur Welt mehr hervorzuheben. Dagegen sucht Maimoni nachzuweisen, wie trefflich und inhallreichgerade diese von den Mutakallimun angefochtene Bezeichnung sei. Unter ״Ursache" sind nämlich die vier Principien aller seienden Dinge begriffen: Stoff, Form, bewegende Ursache. Zweck2)) Die erste dieser vier Ursachen, nämlich den Stoff oder das materielle Princip, können wir uns natürlich in Gott nicht denken, doch fallen die drei anderen ideellen Principien sämmtlich in dem Begriff Gottes zusammen. Gott nämlich ist nicht nur die erste bewegende Ursache und der letzte Zweck der Welt, sondern, worauf besonderer Nachdruck zu legen ist, er ist auch ״Form der Welt". Form im Philosophischen Wortbegriffe bezeichnet nämlich das, wodurch ein Ding ist, was es ist, so daß mit dessen Aufhören auch das Sein des Dinges aufhört. ' Gott ist ״Form der Welt" besagt nur, daß auch die Erhaltung, der Fortbestand des Universums ohne Tott nicht denkbar wäre, welches letztere jedoch durch die Bezeichnung אי^פאצל keineswegs ausgedrückt wird, da das Hervorgebrachte jedenfalls seinen Hervorbringer überdauern kann. Es ist daher philosophisch richtig, Gott die erste ״Ursache" zu nennen. 2) Bergt. More II, 1 עיון השני. S. auch Emüna rama S. 61: ..ד,נד במציאות שלשה מיני מניעים ובו'. 8) הסבה ob, העלה הראשונה, airb. אלעלה אלאזלי ואלהבב אלאול. 4) S. More 1, 69. Vgl. auch Ez chajim c. 70. 5) אלפאעל . 6) S. Milot hig.: סבות הנמצאות ארבע, החמר והצורה הפועל נהתבלית. Bei Allst, tu d’aiTui Xfye-uu TtTQa%a>s r. X. Metaph. 1, 3; Phys. II, 7.