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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 11 · p. Seite 418

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 11
Article
Zwei Republiken
Date
1859-01-01
Page
Seite 418 (sequence 6)
Language
German
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418" Zwei Republiken: stützen. Die amerikanische Republik liest ihrer "älteren Schwester in Europa den Text in Bezug auf Duldsamkeit und Menschlichkeit. Wir fühlen uns glücklich bei der Wahrnehmung, daß eine große Nation, wie die Nordamerika's, mit so viel Nachdruck die Ehre und die Rechte ihrer Glieder, die unserem Glauben angehören, vertheidigt. Das ist eine öffentliche Anerkennung des Judenthums vor den Völkern der Erde, und es ist gleichfalls ein glänzendes Zeugniß zu Gunsten der bürgerlichen Aufführung und der Tugenden unserer überseeischen Brüder. Aber darin besteht noch nicht der Triumph der guten Sache. Kann es ja sein, daß alle Schweizerkantone, durch die Anstrengungen der Diplomatie, wider ihren Willen die Stipulationen der Verträge anerkennend, genöthigt werden, amerikanische Israeliten aufzunehmen, während sie fortfahren die schweizerischen Israeliten selbst zurückzusetzen, zu mißhandeln. Man hat ein Aehnliches. in Oesterreich gesehen, wo die Regierung, in Folge eines Verträges mit der hohen Pforte, genöthigt ward, das Aufenthaltsrecht der türkischen Juden zu bewilligen, während fie das nämliche Recht dm östreichischen Juden verweigerte. Nein, ,,nicht durch Kräfte nicht durch Zwang, sondern durch den Geist", durch den Geist der Gerechtigkcit und Billigkeit, muß die Gleichstellung der Israeliten errungen werden, und nur so hat sie wirklichen Werth vor Gott und vor Menschen. Die Schweizer sind sehr eifrige Christen: mögen sie denn, ihre Religion verherrlichen, indem sie die Liebe und die Gnade und die Gerechtigkeit des Christenthums bethätigen in ihrem Verhalten gegen alle ihre Bürger, gegen alle Menschen ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses. Sie sind ein civilisirtes Volk: mögen sie denn der Civilisation zum Opfer bringen antisocialistische Vorurtheile, die allen heiligen Grundsätzen, allen edlen Gefühlen des menschlichen Herzens, dem Gottesgedanken und der Bestimmung des menschlichen Geschlechts Hohn sprechen. Hingestellt auf den Scheitel Europa's wie zur Wacht und einem Leuchtthurm gleich, soll das Schweizervoik, mehr als jedes andere, fernhin erstrahlen lassen ein gerechtes Gesetz, eine vollkommene Toleranz, auf daß es den Völkern zeige, daß es in Wirklichkeit das Götzcnthum überwunden auf dem Gebiete der Religion, den Despotismus und die Tyrannei auf dem Gebiet des politischen Lebens. Das ist sein Beruf, seine Stärke und seine Ehre! Wir haben von Genf gesprochen^ welches einen neuen Beweis seines ausgezeichneten Wohlwollens gegen den israetischen Cultus gegeben. Diese berühmt« Stadt, das Muster und der Stolz des

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