Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 10)
- Language
- German
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410 Die Anfänge der neuhebräischen Poesie? Dichter, der einen vollständigen Divan im׳ Jahre 844 gedichtet hat c), viele poetanische Stücke nach ihren Anfängen eitirt und bemerkt, daß er dieses und jenes Gedicht nach-dem Versmaße (1*1) eines altern Piutstückes eomponirt hat. Da nun Janna'1 und Kaliri als die allerältesten liturgischen Dichter mit Reimendungen angesehen werden, so gehören sie dem achten Jahrhun- Vertan, und Jost b. Jost, ihr Vorgänger, blühte um 650—700. Das Vaterland dieses alten neuhebräischen Dichters läßt sich weniger bestimmt ermitteln. Läßt, man sich von dem Namen-' klänge leiten, so müßte man ihn als Palästinenser gelten lassen; denn der Name Jos6 war nur dort heimisch. Was aus'seinen Epitheten היתום'ju wachen ist, weiß man nicht; möglich, daß es auf einen Ortsnamen Haitom hinweist, deren es einige in' Mesopotamien gegeben hat. Auch die Karäer citiren eine ihrer Luzatto hat richtig nachgewiesen, daß der vollständige Name dieses Dichters ist מסל בן מסל הכהן תיתרם, die Epitheta.כהן גרול und בן אביתור dagegen find Glosseme, die auf Mißverständnissen beruhen. Die Selicha אמנם אשמנו עצמו מסכר gehört sicherlich diesem Dichter nicht an. Abgesehen davon, daß die Bezeugung unbestimmt lautet, so spricht schon der Reim, der darin angewendet ist, entschieden dagegen. Jose b. Jose hätte den Reim auch in seines zwei Hauptcompofitionen angewendet, wenn er es verstanden hätte. — Ein Punkt verdient noch Erwähnung. .Ben Jose erwähnt noch nicht das islamitische Reich. In den Tekiot geht er die vier Reiche durchs welche Israel geknechtet haben und bleibt bei Rom stehen: עעלר החניף להזח־זו בצירו,. ויירש בקול בכל חרב וכסוכה עגב חלק המת גביר לאחיו - ריבו מושיעים ש»ו אדר מ ארוב ושיה על אדון הוד המלוכה. Indessen stellt sich diese Schwierigkeit auch bet Kaliri ein. Er, der sicherlich in der islamitischen Zeit gelebt hat, — da er den Reim kennt — spielt, meines Wissens, in seinen zahlreichen Dichtungen׳ niemals auf Jsmael an. Daraus nun zu schließen, daß Beide in einem christlichen Lande gedichtet haben, wäre-übereilt. Edom, Nom galt einmal als Typus concentrirter Judenseindlichkeir; die Danielsche Vision von vier Thieren als Typen der vier Reiche ließ sich damit gut abschließen. Talmud und Midrasch haben Esau — Rom zur -vollständigen Antithese von Jakob — Judenthum aus ge- Prägt. Die Poesie wollte sich diese Antithese nicht entgehen lassen. Jsmael als Islam in die biblisch-prophetische Oekonomie einzureihen, fiel Anfangsschwer. Für das fünfte Weltreich gab es keinen Typus. Der Verfasser des- נסתרות דר׳ שמעון בי׳י (Jellinek Bet ha-Midrasch HI» 78), der mitten im Islam steht, nennt׳noch immer Edom: זאת הרשעה*. ~ c) Pgl., oben Anmerk, a, 9.