Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 9)
- Language
- German
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- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie. 409 Poetanen Jcnniai' und Kalirib), welche gereimte Versenden haben. Naturgemäß geht der reimlose Vers dem gereimten voran. Ans diesen Prämissen läßt sich so viel folgern , daß Jose b. Joss in der nachtalmndischen und vorkalirischen Zeit ge- -licht hat. Um diesen Zeitraum noch mehr einzuschränken, genügt es, daraus aufmerksam zu machen, daß ein neuhebräischer und dabei bemerkt er: וזן: עת שערי רצון. לתפחח. Es bleibt dabei merkwürdig, daß die Akedah mit dem Anfang *עת שער, welche in den spanischen Ritus aufgenommen ist, das Akrostichon trägt: ע ב א ס י ר, ו ד ד, שמואל Daß dieses Gedicht nicht dem Juda Abbas, dem Vater des Apostaten, der im Jahre 1163 starb, angehört, geht schon daraus hervor, daß ein jedenfalls älterer Dichter, Elasar Babli, es zum Muster genommen hat: וזן איעבאס (vergl. Orient. Literaturbl. Jahrg. 1842 col. 696). —י Von einem andern Gedichte mit dem Anfange: מתי בני אל אתליהם ישזבון, bemerkt Mose Darcü's Divan, es sei nach dem Metrum: יום שבתון אין לשבת eomponirt, welches wahrscheinlich das bekannnte Sabbatlied ist, welches das Akrostichon J ehuda hat. Wie dem auch sei, so folgt jedenfalls aus Mose Darai's Angaben, daß schon vor ihm eine Menge gereimter, zum Theil metrischer liturgischen Gedichte vorhanden waren, also noch vor 844. Der um 800 blühende Karäer Nissi b. Noach (Acha) treibt schon mit dem Reime Spielerei in Reimprosa. Wir müssen also in"s achte Jahrhundert hinaufsteigen, um den Anfang der yeuhebräischen Poesie zu finden. Aus allen diesen Momenten find zwei Punkte als Leitfaden sestzuhalten: 1), daß Jannai und Kaliri zwar als älteste liturgische Dichter (עורבי ר.שיר, wie fie Jehudi b. Scheschet nennt) bezeichnet werden, d. h. als solche, welche zuerst den Reim gebraucht haben; aber es folgt nicht daraus, daß es vor ihnen keine poetanische Dichter gegeben hat, welche den Reim anzuwenden nicht verstanden haben, wie Jose b. Jose und ein Anderer, den wir im Verlause kennen lernen werden. 2) Daß Jose b. Jose, Kaliri, Jochanan ha- Kohen und der Vers, des אתת מגנת den Geonen Saadia, Amram und Natronai bekannt und deren Productionen dem Ritus einverleibt waren. Daraus ergibt sich, daß diese vier Dichter unmöglich Europäer waren, sondern Orientaten, entweder Palästinenser oder Babylonier, entweder zu den אתל אלשאם oder den אתל אערק gehörend. Andere Riten kennen die Geonen nicht. b) Ueber Josö h. Jose haben wir eben das Zeugniß Saadia's vernommen, daß er eine Abodah mit dem Ansange אזכיר נבררות gedichtet hat, und daß die Abodah אתת מגנת ihm nicht gehört. Diese Abodah ist jetzt gedruckt in Hrn. Rosenbergs Sammelwerk קובץ מעשת ידי גאונים (Berlin 1856) II, 1—10 mit einem kurzen Commentar und Einleitung von Di׳. M. Sachs, und Bemerkungen dazu von Luzzato S. 107. — Saadia zeichnet auch in dem obigen Citat die Tekiot von Jose b. Jose aus, gibt aber den Anfangsvers nicht an. Es ist aber sicher, daß die im deutschen Ritus vorhandene Tekiot אתללת Jose angehören; es wird von Dielen bezeugt, und sie heißen in einem alten Machsor-Commentar תכןיעזת יתומיות (bei Landshut a. a. O. S. 85ff.).