Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension] / -n.
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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398 Recensionen und Anze igeN. selbst in den Galanterien des kmeischitischen Jünglings noch.maßvoll und edel. ״Das Blut, welches das zarte Gewebe deiner schimmernden Haut durchströmt, gleicht dem Blute, das die Blätter der jungen Rosen färbt. Das Roth deiner Wangen ist das Erröthen des Himmels im Morgenglanze. Die Granatblüthe, welche aus dem Kelche hervorbricht,, ist .nicht frischer als deine Lippe, und .die Lilie, mit dem Golde der Quitte gepaart, nicht lieblicher als Deine Stirn. Dein Gang ist ein Schweben, wie das der Geister, die ohne Schwere durch den Aether gleiten, und deiner Glieder unvergleichlich Ebenmaß strahlt wie geglättetes Silber, vom Mondstrahl übergossen. Ach, wie kann die armselige Sprache Schritt halten mit deiner Vortrefflichkeit; Läßt sich der Wohlgeruch der Blume, der Wohlgeschmack der Frucht mit Worten wiedergeben?" — Was der Sprache an drumcitischer Lebendigkeit abgeht, das ersetzt die Behandlung des Stoffes, der seiner Reichhaltigkeit wegen oft in Episoden untergcbracht werden mußte; diese Episoden aber greifen, zuweilen mit wahrhaft dramatischem Effect, in die Handlung ein—׳ wir verweisen auf den meistcrhasten Schluß der Erzählung der Bessus. — Daß der Vers, so oft zu Episoden seine Zuflucht nehmen mußte, wohl um den Stoff in verhältnißmäßig enge Grenzen zu zwängen, mag Schuld sein, daß das Buch mehr Erzählung als Handlung enthält, und daher kommt es_ wohl auch, daß die Figuren nicht in aller Plastik ausgeprägt erscheinen, obwohl charakteristische Gegensätze hinreichend vorhanden sind. — Was. .ist aber schließlich die eigentliche Tendenz des Romancs? Auf diese Frage werden wir um eine Antwort verlegen sein , außer wir begnügen uns das Buch hinzunehmen, wie es der Vers, gibt, als einen Roman aus dem Leben Muhammcds, ohne daß wir uns irgendwie dürsten verleiten lassen, das Vcrhältniß der austretenden Personen zu Muhammed als geschichtlich zu betrachten. Denn, wenn auch die Erzählung auf der Grenze zwischen Geschichte und Roman zu schweben scheint, hat sich doch, der Vers, , so z. B. in der' Dar׳ stellung des Mi, den er von jüdischen Eltern abstammen und schließlich, aller Geschichte zum Trotz,!als Jude sterben läßt, fast mehr, als der׳ vollständigsten!dichterischen Freiheit bedient. — Den Islam sehen wir noch nicht als im! ,Kampfe um die religiöse Idee austreten; im Gegentheil liegen die niederen und gemein menschlichen Triebfedern der Handlung dem Auge so offen, daß wir recht wohl die Toleranz begreifen׳ können, welche die Glaubensstreiter üben. Muhammed ist schön und wahr gezeichnet, mit seinen Tugenden und seinen Mängeln, und ohne diese gerade idealisirt zu sehen, empfindet man doch die-