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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 10 · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 10
Article
[Rezension] / -n.
Date
1859-01-01
Page
Seite 397 (sequence 1)
Language
German
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397 Recensionen imb Anzeigen. hammed vergiftet werden. Schon hat dieser von dem tödtlichen Mahle genossen, als Sawda erfährt, was der Leser längst ahnt, daß sie Muhawmeds Tochter fei. Sawda trifft noch zeitig genug ein, um nicht den Fluch der Vatermörderin aus sich zu laden, ein Gegen» gift rettet Muhammed, der eine Geliebte verloren, aber eine Tochter und seinen Ali wiedergefunden hat. — Die Belagerung Ehaibars ist --- historisch, ebenso, wenn auch nicht in der im Roman angegebenen Weise, die durch eine Jüdin Zeinab versuchte Vergiftung, und in seiner Todesstunde soll Muhammed ausgerufen haben: ״Ich fühle, wie mir die Herzader an dem Bissen von Chaibar zerspringt!" Der Vers, hat die historischen Momente, in welche er geschickt einige der schönsten Sagen über Muhammed verflochten hat, zum Knoten- Punkt für den an Verwickelung reichen Roman gemacht, und diese Verwickelungen sind so meisterhaft angelegt, daß wir mit gespanntem Interesse der Lösung entgegensehen. Freilich wo es Noth thut, läßt er Vers, einen Dons ex machina austreten; nur Schade, daß wir manchmal diesen winzigen Gott belächeln. Heißt cs schon eine starke Zumuthung an unsere gutmüthige Gläubigkeit stellen, wenn Ali, nachdem er mit seinem chaibaritischen Gegner, wie echte homerische Helden/ durch einen Dialog den Kampf eröffnet, statt des zerbrochenen Schildes, wie ein zweiter Simson die Thür der Ausfallspforte aus den Angeln hebt: so können wir uns vollends eines Lächelns nicht erwehren, wenn die naive Fatima ein seidnes Säckchen voll Blei« kügelchen herbeischleppt, um diese Last statt ihrer Schwester in die Sänfte zu practiziren und durch das Gewicht die Gimpel von Sänftenträgern zu täuschen. Fabelhaft muskulös muß so eine arabische Jungfrau sein! Oder dachte der Vers hier an das Abenteuer der Mscha, einer Gattin Muhammeds, auf dem Zuge gegen die Bern Mußtalik, deren Sänftenträger ebenfalls nicht merkten, daß die Gemahlin des Propheten dieselbe verlassen hatte: ״sie bemerkten nicht, daß sie leer war, denn damals waren die Frauen nicht stark, weil sie kein Fleisch aßen" (Weil, Mohammed der Prophet S. 152). Doch diese und ähnliche kleine Verstöße werden uns den Genuß nicht verkümmern, ebenso wenig, wie uns die nicht nur durchaus bibelfesten, sondern auch talmudisch gebildeten Helden, um ihrer geläufigen Mate willen, das Gefallen an der schönen Sprache verleiden werden. In der That ist die Sprache, obwohl nicht originell, und im Dialog nicht gerade von hinreißender Lebendigkeit, doch von dem Hauche echt arabischer, ritterlicher Romantik durchweht und dabei fern von׳ der, dem germanischen Ohre unerträglichen, schwülstigen Ueberladungt Frankel, Monatsschrift. VHI. 10. 30

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