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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 9 · p. Seite 352

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9
Article
Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
Date
1859-01-01
Page
Seite 352 (sequence 14)
Language
German
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352 Wissenschaftliche Aufsätze. dann bedürfte cs Etwas außer ihm, und wäre mithin nicht mehr absolut nothwendig, d. i. unabhängig von Allem außer sich. Aber obschon Gott vollkommen in jeder Beziehung und also auch vollkommen an Macht ist und ihm daher nichts unmöglich sein kann, so galt doch Folgendes als ein fast in allen Schulen unbestrittener Lehrsatz: ״Das Unmöglsche hat eine,in sich begründete, unabänderliche Natur, so daß über dasselbe Gott keine Macht zugeschrieben werden kann " * 2 * 4). ״ Unmöglich war nämlich der philosophische Ausdruck für Alles, was den Gesetzen der Vernunft widerspricht. So nannte man in der Logik einen Satz, dessen Prädicat einen Widerspruch gegen sein Subject enthält, z. B. ״jeder Dreieck hat vier Winkel", ein unmögliches Urtheil 3). Gott also die Macht Unmöglichkeiten zu vollführen zuzuschreiben, hieße ihm die Fähigkeit den Gesetzen der. Vernunft entgegen zu handeln zueignen. Allein wenn auch dem Principe nach Alle hierin einstimmig waren, so herrschte doch über die speciellen Fälle große Meinungs- Verschiedenheit. Was gehört nämlich Alles in die Klasse der metaphysischen Unmöglichkeiten? Wohl werden einige Beispiele aufgeführt, die einstimmig zu den Unmöglichkeiten gezählt werden, so die gleichzeitige Vereinigung zweier entgegengesetzten Bestimmungen an Einem Subjecte^), das Bestehen eines Körpers ohne irgend welches Accidenc; Zeit wergl. auch noch Jkk. Il, 18, wo. die rabbinischen Sätze: לא ישאל אדם מד למעלה מד לממד, מד לפנים מד, לאחור — und וידי ערב וידי בקד יום אחד מלמד שדיר, סדר זמנים קודם לק, mit der dort aufgestellten Zeit- und Raumtheorie in Einklang gebracht werden. Wir lassen hier noch schließlich folgende Stelle Uns dem kabbalistischen Buche שומר אמונים (II, 1.7) folgen: דע ני קודם בדיאר. שום דבר כשדיד ד,אל ית׳ לבדו לא דיד. אז מציאות "ומן נלל, שדרי דומן בפני עצמו אין לו מציאות כי דוא מקרר. דבק ונמשך אחר תנועת איזה דבר שנתהווה ודולך וחווה ...... אמנם כשעדיין לא ד,יד שום כלל ד,עולה דכיון שלפי תאמת לא.רבד ׳אלא האל ית' לבדו הנד אז לא היד, שום זמן דיר, הזמן בדיות האין סוף לבדו, אין מקום כלל לשאול אעיקרא דדינא מדוע לא האציל את .אדם קדמון קודם הזמן שהאציל! 2) S. More III, 15: לנמנע טבע קיים קיום עומד אינו מפעולת פועל אי אפשר השתנותו כלל ומפני זד לא יתואר השם ביכולת עלי■. . 3) Bergl. Milot. lüg. Cap. IV, S. auch Emunot Wedeot, Einleit.: .ההגדות על שלשת דרכים וכוי 4) Der bekannte Satz des Widerspruchs (Fieri non potest, ut idem simul sit ct non sit). S. hierüber Plato p. 234 (LU]äänort. havrt'iov sgtki suvto) to h'uvtiov); Aristoteles, Metaphys. IV, Eap. 3. Wolf, Ontol. §. 495 sagt hierüber: Principium contradictionis est fons omnis, quae datur in rebus veritatis.

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