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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 9 · p. Seite 345

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9
Article
Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
Date
1859-01-01
Page
Seite 345 (sequence 7)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 345 ling theologischer Studien — worin bestehen demnach die verschiedenen Erkenntnißstufen, die ein Gottesgelehrter über den andern einnimmt? Nun wohl, auch auf negativem Wege kann der menschliche Geist die Schätze seiner Erkenntnisse immer mehr und mehr erweitern. Je mehr wir nämlich von einer Sache erkennen, was sie nicht ist, um so näher kommen wir auch zur richtigen Vorstellung von derselben. Und daher ebenso, je weiter wir aus dem Wege der Demonstration dazu gelangen, unrichtige Begriffe und Vorstellungen, die man sonst mit dem Wesen Gottes verknüpfte, auszuscheiden, anthropomorphistische und anthropopathische Meinungen zu negixen, um so höher wird auch in der That die Stufe sein, die wir in der richtigen Gotteserkenntniß ersteigen. Jsak Aramab), der diesen letztern Gedanken mehrmals zum Ausgangspunkte seiner philosophisch-exegetischen Forschungen wählte, will hierin auch den Schlüssel zum Verständniß einer sonst dunkeln rabbinischen Stelle finden. ״Israel spricht den Namen Gottes schon nach vorhergegangenen zwei Worten aus, die Engel hingegen erst nach drei Worten"^. Die arabische Philosophie hatte nämlich drei Welten unterschieden: Die Welt der Geister, die der Sterne und die irdische Welt. Nun kennt aber der Mensch, da er von der Geisterwelt keinen Begriff hat, blos die zwei letztgenannten Welten, und weiß daher auch nur, daß in diesen beiden nichts mit Gott ׳zu vergleichen sei; die Engel hingegen, selber in der Geisterwelt lebend, wissen noch überdies, daß selbst da, im Reiche der körperlosen Intclligenzen, nichts mit Gott verglichen werden könne; der Kreis ihrer Negationen und mithin also auch die Sphäre ihrer Gotteserkenntniß ist hindurch bedeutsam erweitert. In Josef Albo's Jkkarim II, 8 und 9 findet sich Alles, was bis zu seiner Zeit über diese Materie gedacht und geschrieben worden, vorzüglich aber Maimoni's Philosopheme hierüber, klar und bündig, wie man's bei diesem systematischen Denker gewohnt ist, zusammengetragen. Auch ihm sind es die negativen Attribute, die am ehesten zu einer richtigen Vorstellung von Gott sühren. Anders jedoch schien Joses Jbn-Zadik (in der letzten Hälft« des 11. Jahrhunderts) hierüber zu denken * 1). In seiner Controverse 8) Ukeda, Porta 63. 9) Talm. Chul. 91 b: ישראל מזנירין את ד,שם אחר שתי ריבות שנאמר שמעי ישראל ח׳ וגומר ומ״לאבי השרת אין מזכירין את חש ם אלא לאחר שלש תיבזת כדנתיב קחש קרוש קדוש ה׳ צבאות. 1) 1. c. p. 45.

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