Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 3)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 341 denken; -jedes der Attribute wäre^cin zu dem Wesen Gottes Hinzukommendes, ein Accidenz Gottes. Der wahre Einheitsglaube jedoch findet nur dann statt, wenn du dir Gott als. ein in jeder Beziehung einiges, einfaches Wesen denkst, das weder subjectiv noch objeetiv als ein ans Mannigfaltigem Bestehendes gedacht werden kann 5). Was hat aber dennoch die Attributisten zu ihrer Annahme bewogen? sagte man sich dann weiter — keineswegs eine speculative Forschung, sondern nur die ganz wörtliche Auffassung des Schriftausdrucks. Es erging demnach den Attrihutisten, wie es den Anthropomorphisten erging. Diese find aus irriger Schriftauffassung dazu gelangt, sich Gott als einen Körper zu denken, jene schracken vor einer solchen Vorstellung zurück, ziehen aber Gott dennoch, durch die Beilegung von Attributen oder Accidenzen, in den Kreis der Körperiichkeit hinab 5 6 7). Dieser theologische Lehrstreit ward aber nicht nur auf jüdischem, sondern wie wir bereits oben sagten, auch auf muhammcdanischem Boden gekämpft. Scharastani in der. zweiten Vorrede des oben citirten Buches, in der er einen Kanon zu bestimmen sucht, worauf die Zählung der islamitischen Secten zu bestimmen sei, zählt vier Fundamentalartikel, die vorzüglich Gegenstand des gegenseitigen Streites waren. Den ersten dieser vier Fundamentalartikel bildet nun die Frage über die göttlichen Eigenschaften, welche ein Thcil annimmt und der andere verneint. Im Lause der Abhandlung (Th. I, S. 221) wird auch eine Scctc genannt, die sich in die Mitte zwischen die beiden Theorien stellte, und die Attribute weder gänzlich verneinen, noch als in Gott bestehende Weisen Hypostasiren wollte. So behaupten nämlich die BLtimja: ״-Wir sagen weder Gott ist cxistirend noch er ist nicht cxistircnd, weder wissend noch nicht wissend, weder allmächtig noch machtlos, und so in Betreff aller Eigenschaften. Eine Bestimmung durch die schlechthinnige Bejahung und die schlechthinnige Verneinung ist nicht möglich, sondern er ist ein Gott zweier Gegenüberstehender, ein Schöpfer zweier Widersacher und der Entscheider zwischen zwei Gegnern"?). Diese letztere Behauptung und vielleicht auch dieselbe Secte hatte Maimoni im Sinne, als er More I, Abschn. 51 sagt: ״Einige 5) More I, 51. 6) Das. Kap. 53. 7) Im arab. Texte: pinituvbn p2 o2«m אלד, אלמדקאדלץ ודאלק אדצטץ tft.