Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Der philosophische Gottesbegriff in den arabisch-jüdischen Schulen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 2)
- Language
- German
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340 Wissenschaftliche Aufsätze. . ' I. ■ Dürfen wir Gott Attribute zuschreiben oder nicht? — Wir stehen hier bei der ersten speculativen Frage in der Gotteslehre des Mittelalters. Können wir Gott Eigenschaften zuschreiben oder nicht? Diese Frage war das Losungswort, das einen mächtigen Meinungsstreit heraufbeschworen bei den jüdischen ebenso wie bei den muhammedänischen Scholastikern. Während der erster» Ansicht Denker ersten Ranges beitraten — wir nennen hier die klangvollen Namen Jbn Gebirol, -Joses Jbn Zadik, Samuel Hanagid, Mose ben Nachman, denen die Sohariten und überhaupt die kabbalistischen Schulen folgten — erklärten sich ganz entschieden für die entgegengesetzte Ansicht Männer wie Saadia, Mose ben Esra, Jehuda halevi, Abr. ben David, Jbn Bachia, Maimonides, Albo u. A. Und während Jene, die Attributisten (בע^י התארים ober םאםי(י התארים), Schrift und Uebcrlieferung für sich zu haben glaubten, stellten Diese, die Gegner der Attribute, auf philosophische Argumente und eine höhere Auffassung des Schriftwortes gestützt, eine solche Annahme von positiven Eigenschaften in dem Wesen Gottes, als der wahren Einheit und Jmmaterialität widerstreitend, für eine ganz antijüdische, einem fremden Glauben sich annähernde hin 4). Legst du Gott eine Mannigfaltigkeit von Attributen bei, sagte man, so mußt du dir ihn auch aus mannigfachen Begriffen bestehend 4) Bergt. More I, 50: מי שהאמין שהוא אחו בעל תזארים רבים, נבר אמר שד,,א אחד. במלחו והאמינו רבינל במחשבתו, וזד, כמאמר ד,נוצרים הוא אחד אבל הוא שלשה והשלשה אחד כן מאמר האומר הוא אחד אבל הוא בעל חוארים רבים. S. Sachs will auch die heftige Diatribe des Emuna rama gegen Gebirol (,ני דבר םרה כדולר על האומד,), auf dessen Annahme von drei göttlichen Attributen: Weisheit, Wille und Macht, beziehen, — Bergt, Saadia, Emunot II, 5, wo die christl. Trinitätslehre als Hypostasirung von drei göttlichen Eigenschaften aufgefaßt 'wird. — Dasselbe bei Scharastani, ״Religionsparteien und Philosophen« schulen", deutsch von Haarbrücker I, 49. — Auch Fra Paolo in seiner Disputation mit Nachmani will die Trinität in solchem Sinne erklären (Milcham. Choba p. 12b). — Da die kabbalistische Annahme der zehn Sephiroth auch nur eine Hypostasirung der göttlichen Attribute ist, so schreibt Jsak ben Scheschet -R G A No. 157: ונבר שמעתי אחד מן, המתפלספים מספר בגנות המקובלים והיה אומר הנוצרים מאמיני השלוש והמקובלים מאמיני העשירות. Zur Annahme der drei Attribute Weisheit, Wille und Macht hatten sich vorzüglich die Mo taza liten bekannt, wie dies Algazali ausspricht (Destr. philos. VI): הסכימו הפלוסופים על שקרוח קיום המדע והיכולת והרצו( בהתחלה הראשונה כמו שהסכימו עליו המעחזלה.