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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 9 · p. Seite 328

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9
Article
Alexandrinische Messiashoffnungen
Date
1859-01-01
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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328 Alexandrinische Mcssiashoffnungen. erkennen daß diese Strafen sie nur zur Besserung führen , und in tiefer Zerknirschung ihre Seele zu Gott wenden, ihre Fehler einsehen und bekennen und, mit reuigem Geiste Gott um Verzeihung anflehen, so werden sie sie von Gott, der gütig ist, erlangen. Und sind sie auch nach den äußersten Ende der Erde in Gefangenschaft geführt, so werden sie wie auf einen Befehl Alle an einem Tage befreiet werden, ihre einmüthige Bekehrung zur Tugend wird ihren Gebietern Schrecken einflößen : sie werden nicht wagen zu herrschen über Die, die besser als sie sind. Und dann werden die in Griechenland und aus dem Festlaude und den Inseln der Barbaren Zerstreueten sich auf einmal erheben, angeführt von einem unsichtbaren höhern Wesen, das nur ihnen allein sichtbar. Und dreierlei spricht für sie: die Güte dessen, zu dem fte׳ sich wenden und der mehr geneigt zum Vergeben als zum Bestrafen ist; ferner die Heiligkeit ihrer Urväter, deren vom Körper b efreiete Seelen bei Gott nicht unwirksame Fürbitte für ihre Nachkommen thun; endlich, was zumeist den Ausschlag gibt, ihreRückkehr zum Bunde. So werden sie nun in das väterliche Land, einziehen, die zerstörte Stadt aufdie verwüsteten Gefilde anbauen, und die unfruchtbare Erde wird wieder fruchtbar werden. Der Wohlstand der früheren Tage wird, verglichen mit dem Glücksstande dieser Zeit, fast für nichts gehalten werden: ihnen fließt alles Gute wie aus einer unversiegbaren Quelle zu 9)". ״Und sind die wilden Thiere (die bösen Leidenschaften) in uns bezähmt, dann werden auch die äußeren bezähmt werden. - Dann werden die Löwen, Bären, Panther, Elephanten und Tiger von ihrer gewöhnlichen Lebensweise zurfriedlichen übergehen, und ihre Wildheit ablegend sich zu sanften Heerden vereinigen. Vielleicht ist auch gemeintx), die Thiere werden nicht eindringen in die Gegenden der Frommen, sondern sie werden vor Schrecken, wenn sie sich ihnen nahen, zusammensinken. Denn die Tugend besitzt eine große Macht und sie vermag durch ihren bloßen Anblick den wilden Andrang niederzuhalten * 1 2)". Die Reflexion stehet in Philo jenen poetischen Anschauungen gegenüber: ein eigentliches der höheren Auffassung entsprechendes Bild (der Messias ist Philo ein unsichtbares Wesen, über das er weder Aufschluß gibt, 9) Das. p. 936. 937. . 1) Beziehet sich auf Levit. 26, 6 (und vielleicht auch auf Jes. 11, 6 ff.) 2) de Proem. et Poen. p. 924.

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