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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 9 · p. Seite 327

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9
Article
Alexandrinische Messiashoffnungen
Date
1859-01-01
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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Alexandrinische Messiashoffnungen. 327 Und den göttlichen Zorn weissagend den Sterblichen Men, 810 Da den Sterblichen ich die göttlichen Räthsel geweiffagt. Und Ausländerin nennen sie mich, die Leute in Hellas Aus Erithräa mich, die schändliche. Einige werden, Von Eirce und Gnostos erzeugt Sibylle mich nennen, Rasende, Lügnerin auch: doch wenn dies Alles geschehn wird, Dann werdet ihr wohl mein noch gedenken und Niemand wird dann mich Nennen die Rasende mehr, sondern Gottes große Prophetin. Denn wer mir offenbart, was ehedem geschah meinen Eltern Und was zu Anfang geschah, das hat Gott mir eingegeben. Das Zukünftige aber legt Alles Gott in den Sinn mir, 820 So daß die Zukunft ich offenbar' und was früher gewesen, Und es den Sterblichen sage. Denn als die Welt überschwemmt war . Von dem Gewässer und Ein Mann allein, ein Bewährter nur übrig In dem gezimmerten Haus und über die Waffer dahinfuhr Mit den Thieren und Vögeln, daß wieder sich fülle die Erde, 825 Da war ich seine ^Schwiegertochter und seines Geblütes, Dem das Erste geschah' und alles das Letzte gezeigt ward. Drum muß aus meinem Munde das Alles als Wahrheit gesagt sein. Dieses ein Bild der messianischen Hoffnungen, wie es sich in der poetisch alexandrimschen Anffaffungsweise abspiegelt 7 8). Vernehmen wir wie die philosophirenden Geister zu Alexandrien, als deren Repräsentant Philo zu betrachten, die Messiasver- Heißungen auffaßten. Philo bespricht ch die Levit. 26 und Denteronom. 28 angedroheten Bestrafungen und malt sie nach der ihm eigenthnmlichen phantastisch schwunghaften Weise mit den grellsten Farben aus. Er schließt hierauf: ״Dieses sind die Verwünschungen und Strafen, die Jene treffen, die die heiligen Gesetze der Gerechtigkeit und Frömmigkeit verachtend mehrere Götter anbeten und die väterlichen Lehren, die nur von einem und dem höchsten Gotte sprechen, hintansetzen. Wenn sie aber 7) Das 3. Buch der Sibyll. hat, wenn auch aus mehreren verschiedenen Zeiten angehörendeu Fragmenten bestehend, durchgehends jüd. Verfasser. Auch manches Fragment der anderen Bücher, vorzüglich des 5. Buches, ist jüd. Ursprungs. Der Raum verbietet hier ausführlich darauf einzugehen. 8) In dem Buch de Exsecration.

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