Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Alexandrinische Messiashoffnungen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 13)
- Language
- German
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Alexandrinische Messiashoffnungen. 297 3 י) Bis hierher reicht von V. 110 ab die der Theogonie des Hesiod mit manchen Variationen entnommenen und monotheistisch verarbeitete Götter- und Titanensage. Aber in welchem Zusammenhange stehet dieser Theil mit dem vorhergehenden und folgenden? V. 105 —109 erzählen, daß nach dem Thurmbau die Länder sich füllten und die Reiche getheilt wurden; aber zwischen der nach dem Thurmbau erfolgten Zerstreuung und der V. 159 aufgezählten gegründeten Reiche bleibt kein Raum für die Titanensage! — Es dürfte sich hieraus offenbar ergeben, daß V. 110 —157 einem andern Versi angehören, der die Erzählung vom Thurmbau auf griechische Weise verarbeitend mit ihr die Titanensage zu verbinden suchte. Es liegen also hier zwei Bearbeitungen vor, deren eine — V. 97 —110 sich ziemlich, auf dem bibl. Standpunkt hält, die andere — B. 110 — 157 — den hellenisch ästhetischen mit dem monotheistischen zu vereinigen strebt. 4) V. 171 — 174 und V. 190—195 scheinen alten Ursprungs und nicht lange nach der Zeit der Maccabäersiege verfaßt. Der V. 192 erwähnte egyptische König ist Ptol. Philometer: zu seiner Zeit war der Maccabäerkamps. V. 194. 195 preisen den Sieg (vgl. Alexandre 5. Excurs S. 318). Auch V. 171 ff., wo die Hellenen ״ ein anderes Volk Macedoniens " genannt werden, scheint auf die Syrogriechen und den Krieg des Antiochus Epiphanes gegen Palästina sich zu beziehen, und daher auf den endlichen Ausgang dieses Kampfes V. 174: ״Aber der himmlische Gott wird sie vertilgen u. s. w." Nur scheint befremdend, daß früher von der Zeit der Maccabäersiege erzählt,׳ und von V. 218 ab vom ersten Tempel und dem babyl. Exil berichtet wird, vergl. Anmerk. 7. Haben daher auch die benannten V. einen frühern Vers., so scheint nichtsdestoweniger in diesem Theile (von V. 171—210) Manches aus späterer Zeit zu sein. So spricht V. 175 ff. von den Römern (vergl. Alexandre a. a. O.); ist von ihnen in jener frühen Epoche die Verderbtheit auszusagen, wie sie V« 185 ff. beschrieben ist? 5) Dieser V. dürfte die im Eingänge ausgesprochene Vermuthung bestätigen: es liegt in der Erwähnung der Titanen eine Zeitbeziehung. 6) Dieser V. und V. 253 erinnern an die oben S. 256 angeführten, Pseudoorphischen Verse: sollte dieses vielleicht auf die Identität des Verf. Hinweisen? 7) Zn den frühern V. wird offenbar das babhl. Exil beschrieben, vgl. V. 280 und Jeremias 25, 11. 12 p 2. Chron. 36, 21 u. a.