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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 8 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 8
Article
Alexandrinische Messiashoffnungen
Date
1859-01-01
Page
Seite 287 (sequence 3)
Language
German
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Alexandrinische Messiashoffnungen. 287 Die griechische Theogome hat einen tiefen poetischen Reiz, dem die gebildeteren Juden zu Alexandrien nicht widerstehen konnten: es wurde ein Ausgleich mit dem Monotheismus versucht, von dem das vorliegende Stück eine Probe. Vielleicht dürste auch in dieser Mythe manche den damaligen Zeitgenossen verständliche Anspielung auf uns unbekannte Zeitbeziehungen liegen. Daß manche Bezeichnung figürlich zu nehmen sei und man mit ihr einen andern als den buchstäblichen Sinn verband, ergibt sich an mehreren Stellen. So erhebt die Sibylle ihre Stimme gegen Troja, Babylon und andere längst dahingeschwundene Städte: offenbar Bezeichnungen für Alexandrien, Rom u. a. Ueber das dritte Fragment bemerken wir kurz, es bestehet aus einer Sammlung alter Orakel über verschiedene Völker und hat nur einen geringen Beisatz von messianischen Verheißungen. Es wurde daher hier ausgelassen. Auch einige dem zweiten Fragment vorhergehende Verse, die Bruchstücke eines verloren gegangenen Theiles sind, wurden hier nicht wiedergegeben. Wir gehen nun au das zweite und vierte Fragment*). (Zweites Fragment.) Aber wenn dann des großen Gottes Drohen erfüllt wird Welches er einst den Menschen gedroht, jenen die in dem Lande Assur erbauet einen Thurm. Gleich waren sie Alle an Sprache, IVO Und zum Himmel hinan, dem gestirnten, wollten sie steigen; Aber da legte alsbald den Winden gewaltigen Befehl auf Der Unsterbliche. Drauf gleich stürzten die Winde von oben Den gar gewaltigen Thurm, und die Menschen geriethen in Hader Untereinander. Die Stadt ward Babylon darum geheißen 1). 105 Aber als nun gefallen der Thurm und die Sprache der Menschen Zn viele Sprachen umwandelt war, da füllte die ganze Erde mit Sterblichen sich und getheilet wurden die Reiche. Damals entstand das zehnte Geschlecht der sterblichen Menschen, Seit die Sündflut war auf die ersten Menschen gekommen st. 110 Und es herrschten Saturn und Titan und Japetus, Diese wurden Uranos' und Gäa's trefflichste Kinder Von den Menschen genannt, nach Erde und Himmel den Namen Tragend, ׳weil sie die besten der irdischen Menschen gewesen Dreifach ward die Erde getheilt nach dem Lbose für Jeden. ') Den griechischen Text vergl. zu Ende des Anhangs. 22*

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