Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Jehuda Alcharisi als Kritiker
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 6)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 2׳H Lö bes gepichte bilden einen Bestandtheil der arabischen Poesie (vergl. Freytag 's arab. Prosodie S. 381 ff.). Es sind dieses lyrische Gedichte, die mit elegischen Anfängen sind und so mit der Ebe-gie zusammenhängend so wie die Heroiken nur zur Waffe der Episteln gehören. Orientalische Sitte hat in diesen Gedichten mehr Ueberschwenglichkeit erlaubt, als׳ es bei uns ist. Die Worte Popels (Imitation of Hoxace B. II, Ep. I): Praise nnclesexved is scandal in disg’nise: (unverdientes Lob ist Tadel in Verkleidung) ist Regel und Resultat des modernen Geschmackes. ,Das Talent aber, welches vielen dieser Gedichte inwohnt, gibt denselben ihren Werth für sich. Daß die, Zahl dieser Lobesgedichte beträchtlich ist, haben wir bereits oft bemerkt. 1 Die Araber hatten viele didaktische Gedichte*); die Juden folgten ihnen hierin, wie so oft, nach**). Wir lassen aber dieselben hier unberührt, theils weil die meisten dieser Gedichte, mit Ausnahme des grammatischen von Ben Gebirol nach Alcharisi verfertigt wurden, theils aber auch weil sie im eigentlichen Sinne des Wortes nicht zur Poesie gehören. Wir begnügen uns, nur einige moralische Gedichte zu nennen, nämlich-einige Gedichte des Schein Tob Palq uerc1***), in dessen מבקש ,Co wie die Einleitung des Levi beu Abraham zu seinem בחי הנפש, vergl. darüber unsere Notiz im Literaturblatt des Orients 1850, S. 552. Manche Strophe findet sich hie und da, die aus unbekannten Sammlungen entnommen ist, z. B. die Strophe, die Steinschneider in dem Leydner Catalog (S. 103). mitgetheilt hat: אם הדרכים ואם ירהקו וגו'+). Daß diejenigen, welche in neuester Zeit über hebr. Poesie geschrieben haben, keine Rücksicht auf die besondern Gattungengenommen haben, hat dem Leser das Vergnügen geraubt die Sachen klar zu übersehen. Propheten wissen was morgen geschehen wird, Geschichtsschreiber wissen was gestern geschehen ist, Kritiker wissen was gestern hätte geschehen können. Wenn in *) Jbn Roschd hat die Worte (,2־184־ טפר ד,לצי S. 182): ,וזה במו שעשר אבונצר בשירו המפזרסם — es wäre interessant zu וטו ffen, ob dieses etwa ein didaktisches Gedicht war. **)■' Vergl. ש״ש S. 81. ***) Die Zeilen, die Steinschneider im Leydner Catalog (S. 62) ansührt sind aus der Einleitung des מבקש. t) Im מוסר* הפילוסופים Ms. lesen wir die Worte: בחר הרחובות ׳אעפ״י שער ב׳ פרק א׳)) 'u שיהיו רחוקות.