Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Jehuda Alcharisi als Kritiker
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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267 Wissenschaftliche Aussätze, Das Wort Natur hat, wie Moses ben Esra bereits bemerkt*)» und wir auch tn diesen Blättern angemerkt haben (März S. 118), im Hebräischen keinen bestimmten Ausdruck; es hat dieses keinen philosophischen Grund. Die Beschreibung der Natur, sowohl der todten als der lebenden, besonders der menschlichen Form, der Glanzpunkt so vieler Dichter von jeher, konnte in der hebr. nicht ausbleiben, Die arabischen Dichter haben hierin sehr geglänzt. Aber für das, was in der modernen Zeit beschreibende Poesie genannt wird, ist ebenfalls kein Ausdruck vorhanden. Wenn aber auch ein bestimmter Ausdruck dafür fehlt, die Sache selbst ist da. Auf diesem Gebiete finden sich Productionen, die mit den besten Stücken dieser Art wetteifern können, Betrachtungen der Natur, empfangen in süßer Wehmuth, in Worte niedergeschrieben, als hätte sie der Genius der Hebr. Sprache eigends für diese Gelegenheit gemacht. Der Genius aller Sprachen hat dieses für seine Lieblinge gethan. Es ist dieses das offenbare Geheimniß des Talents. Folgende Zeilen des Je hu da halevi mögen vielleicht das Gesagte rechtfertigen: י רוח לאט תלה בין הערוגות 1מ — < לב ההרס גלתה אהיה מסותרת ויצפצפו בעלי כנף ויונח רחו — קים לעגת פה, ולי צחות מדברת חטיף רביב חן ותשכיב טל אהבים, כמן י עת מרסיס ליל כנפיה מנערת תקטיר לבונה, ואם תתיר צרור מור ואם שירת ש ל מ ה באברתה מקושרת וגו׳ וגו׳ : Salomo ben Gebirol hat bereits sehr schöne Naturbeschreibungen gegeben, Moses ben Esra hat im Tarschisch sowohl als in seinen andern Gedichten höchst anziehende Stücke dieser Art gegeben. Es finden sich bei ihm, wie es scheint, manche Anklünge des Motanabbi. Von Jehuda halevi haben wir ein Gedicht dieser Art im Ginse Oxford (S. 41) gegeben. Ganz specieller Art ist sein Gedicht über den Granatapfel, welches wir im Ozar nechmad (II, S. 186) mitgetheilt haben. Alcharisi hat sehr geistreiche Beschreibungen dieser Art im Tachkemoni (Cap. 5). Es ist dieses eines der geistreichsten Capitel. Es finden sich hierin manche Bilder, die uns in Ben Gebirols Gedichten begegnen. *) Vergl. Zion II, S. 139: הטבע שם רדבר 1»' ואץ לו שם בלה״ר, 1לא ת1אר מתאדהו זגו׳.