Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Alexandrinische Messiashoffnungen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 15)
- Language
- German
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Alexandrinische Messiashoffnungen. 255 Valkenaer hat nicht vorurtheilsfrei geforscht, dieses beweisen schon folgende Worte, bei denen man sich kaum eines Lächelns erwehren kann: Tandem, posteaquam ad istam pervenissem, in Eusebii Praepar. partem, Aristobulea complect,entern, in hoc Aristobulo homine Judaeo, Clemente, Justino, Oliristianisque Omnibus antiquiore, literarum krau dum architectum laetus, fatebor enim, deprebendebam. Malebam quippe mendacem Judaeum ut kraudulentum agnoscere (kraus enim et haec dicenda est), quam Christi nomen et vel minutissimae fraudis inimicam illam excellentem Christi philosophiam professos p. 10). Vor Allem ist' die Echtheit dieser Cömmentarien selbst zu bezweifeln: R. Simon und׳ Hody halten sie für untergeschoben, und letzterer hat dafür das Schweigen des Josephus und Philo's angeführt. Valkenaer wider« legt mit vielen Worten den Beweis aus dem Stillschweigen Josephus, und fertigt kurz den Beweis aus Philo's Schweigen mit der Bemerkung ab: a quö ecquiderrq ne unieum quidem suae gentis scriptorem praeter Sacros citatum commemini, ne gentiles quidem, nisi perpaucos, testes, laudänti (p, 23). Es ist nicht nöthig dem mit Philo's Schriften nur etwas näher Vertraueten das Ungründliche dieser Widerlegung bemerkbar zu machen. Heidnische (gentiles) Autoren citirt Philo unzählige Mal, eben so spricht er an vielen Stellen von gelehrten Juden, die der symbolischen Auffaffung huldigten, bildeten doch diese, -wie aus Philo allenthalben zu ersehen, eine besondere Schule! Wenn er aber jüd. Schriftsteller (scriptores) nicht namhaft macht, so muß erst nachgewiesen werden, daß alex. Juden in Schriften ^ihre Religionsansichten niedergelegt. Hingegen wird dieses von Aristobul nach Valkenaer mit Bestimmtheit behauptet, und Philo erwähnt seiner nicht? Ist doch Philo's Streben darauf gerichtet, die Schrift symbolisch nach Platonischen, Aristotelischen und andern׳ philosophischen Systemen zu erklären; konnte er den alten Aristobul, in dem er einen Vorgänger hierin fand, übergehen, mußte er ihn nicht sogar als eine Autorität, die schon früh diesen Weg betreten, seinen Gegnern gegenüber aufführen, die eine symbolische Auffassung nicht zulassen wollten und gegen die Philo häufig ankämpft? — Doch sehen wir hiervon Lb und lassen Aristobul Verfasser der Cömmentarien und Schmiedet jener Verse sein: für wen hat er diese Verse geschmiedet? für Griechen? Natürlich! die damalige kritische alexandr. Gelehrtenwelt, deren eigentlichste Be-- schästigung die Erforschung und Sichtung der alten griechischen Dichter war, lauschte zu den Füßen Aristobuls, um von ihm Orphische