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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 7 · p. Seite 250

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 7
Article
Alexandrinische Messiashoffnungen
Date
1859-01-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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250 Alexandrinische- Messiashoffnungen. zu geben. Es war aber noch ein anderes Moment zu berücksichtigen, dem genugznthun es ungemeiner׳ Gewandtheit bedurfte. Sollte die Sibylle ganz heidnisch sprechen, im Namen Jupiters oder Apollos den Messias und die mesfianische Zeit verkündigen, so war der Widerspruch zu handgreiflich, als daß der Betrug nicht heraüsgefühlt worden wäre; sie mußte sich also im Monotheismus bewegen: aber da war wieder der Charakter der Sibylle ganz verwischt! Es wurde daher fingirt, die Sibylle sei an sich eine wahrhafte uralte Prophetin, von jeher zu den Völkern gesandt, um ihnen die Zukunft zu weissagen, diese aber haben sie mißuerstanden und sie nicht Prophetin, sondern Rasende (eine Anspielung auf die delphische Pythia) ״erythräische Sibylle u. s. w." genannt. Anderseits wurde auch mitunter eine heidnische Färbung beidehalten, die jedoch durch die die Sibylle bewältigende Macht des Monotheismus verklärt wurdeu). Auch das die Sibylle äußerlich ׳Charakterisireude war zu berücksichtigen: die alte Sibylle spricht von einer höhern Gewalt hingerissen und ihrer kaum mächtig, die Gottheit spricht aus ihr, sie selbst ist das willenlose Jnstrument, endlich ergehen, wie schon Herodot berichtet, ihre Sprüche in Hexametern. Diese- Erscheinungen kehren sämmtlich in diesen sibyllinischen Weissagungen wieder. Wir wenden uns nun zu der dritten sibyllinischen Weissagung. Diese ist nachweislich die älteste und jüd. Ursprunges. - Zwar findet sich hier ein christliche Anschauung verrathender Vers (V. 776), allein er macht sich leicht als späteres Einschiebsel erkennbar. Auch finden sich überhaupt oft Fragmente an ungehörigen Stellen. Wichtiger ist der Umstand , daß diese Weissagung (oder Buch) scheinbar aus-zwei verschiedenen Zeiten stammt, also eigentlich zwei Weissagungen von zwei verschiedenen Verfassern enthält. Wir lassen nun die Sibylle sprechen 12)’: Himmlischer, Donnrcr der Höh', Glückseliger, der Du auf Cherub Thronest, Dich flehe ich an, ein wenig lasse mich ruhen. Mich, die nur Wahres gesagt; denn ermüdet bin ich im-Herzen. Aber was zittert mir wieder das Herz,- was drängt das Gemüth mich, 5 Treffend mit Geißelhieb-von innen heraus-zu verkünden Allen einen Gesang?'Wiederum will ich-Alles aussageu, Was -Gott immer -befiehlt, daß ich es den Menschen -verkünde. Menschen,;die ihr Gottähnlichgeschaffene Gestaltung-besitzet, WM sirrt-ähr so-vergeblich umher und geht nicht-aus-ebnem

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