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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 7 · p. Seite 251

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 7
Article
Alexandrinische Messiashoffnungen
Date
1859-01-01
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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Alexandrinischc Messiashoffnungen. 251 10 Pfade voran und gedenket nicht ffets des unsterblichen Schöpfers? Ein allein herrschender Gott ist, unnennbar, den Himmel bewohnend. Ohne Anfang, unsichtbar, allein nur Alles erschauend, Welchen die Hand mit dem Meißel nicht schuf, der nicht als Gebilde Menschlicher Kunst aus Elfenbein oder aus Gold bestehet: 15 Sondern er selbst hat als Ewiger sich von selber bewiesen Als der, der ist, der früher war und wieder nachher ist. Denn welche sterblicher Mensch könnte Gott mit Augen erblicken? , Oder wer sassete ihn, um nur zu hören den Namen Gottes, des himmlischen, großen-, welcher das Weltall beherrschet, 20 Welcher Alles erschuf durch's Wort: das Meer und den Himmel, Und die rastlose Sonne, des Mondes wachsende Scheibe, Und der Sterne Glanz, und Thetys, die mächtige Mutter, Quellen und Flüsse, unlöschlichcs Feuer, die Tage und Nächte? Er, Gott ist's, welcher-schuf den vierbuchstäbigen Adam, 25 Welcher gebildet zuerst ward und deß Name erfüllet Sonnenaufgang, den Untergang auch, und Mittag und Norden 1S). Er ist's, welcher das Bild und die Form des Menschen gemacht hat, Der auch die Thiere erschuf und Kriechendes und das Geflügel. Nicht verehrt ihr und fürchtet nicht Gotst und irret vergeblich, 30 Da ihr Schlangen verehrt und Opfer bringet den Katzen Anderen Götzen auch und steinernen Menschengebilden, Und vor den Thüren von Tempeln, wo Gott nicht wohnt, euch hinlagert. Ihn, der Gott ist, verehret, ihn, der Alles bewahret. Die ihr euch freut an schlechtem Gestein, des Gerichtes vergessend 35 Des unsterblichen Retters, der Himmel und Erde erschaffen. Weh', blutdürstig Geschlecht, verschmitztes und schlechtes, gottloser, Trügrischer und zweizüngiger Menschen von böser Gesittung, 'Ehebrecher ihr, Götzenverehrer, Arglistiges sinnend, Welchen die bösen und rasenden Lüste wohnen im Herzen, 40 Räuber untereinander und von unverschämter Gesinnung! Denn kein reicher begüterter Mann will dem Andern mittheilcn, Sondern schreckliche Bosheit wird allen Menschen inwohnen. Keine Treue bewahren sie mehr. Viele Wittwen und Frauen Werden um des Gewinns willen heimlich Andere lieben, 45 Und die Männer erlangt, verachten die Sitte des Lebens. Wenn dann Rom dereinst auch herrschet über Egypten, Und es zusammen regieret, dann wird das größte der Reiche Des unsterblichen Königs unter den Menschen erscheinen .

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