Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Alexandrinische Messiashoffnungen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
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246 Mexandrinische ׳MessiashoffnungeU. harten Läuterungszei't (vgl. Zachar. 13, 9) Rettung bieten. Was die Schrecken jener Tage bilden werde? Nicht die einem bösen Geiste eingeräumte Macht und Gewalt, sondern.blutige, Israels Befreiung begleitende Kämpfe, dargestellt in dem, Ezechiel 38. 39, mit den seürigsten Farben geschilderten Kriege von Gog und Magog. Ist die Schreckenszeit überwunden, dann bricht die vollständige Befreiung an; auch in ihrer Schilderung wär die Phantasie geschäftig, aber es machte sich nicht minder die Ansicht geltend: ״die Tage des Messias (die 'Erlösung) werden sich von unseren Tagen nur durch Aufhören des Druckes der Herrscher unterscheiden" (Talm. Schabbat 63 und sonst). Die Selbstständigkeit, das Vaterland wird wieder erlangt werden, und die Spitze, der Hoffnungen bildet : die ErkeNntniß wird allgemein verbreitet sein, der Glaube in seinen Einzelnheiten erkannt in Jedermanns Mund leben und Jeder Nach ihm leben. War doch der trüben Bilder trübstes, die Leidenfinsterniß werde auch die Glaubenserkenntniß verdunkeln! (das. 138). — Der Messias hat also Bedeutung Und Schwerpunkt nur im Glauben, in dessen durch ihn herbeigeführten ungehemmten Entfaltung und Aus- Übung, und buch durch-die der Brust der hart Gedrückten sich etttwiNdendeu Trauertöne erklingt der Schmerz um die beeiNträchtigte Ausübung des ׳Glaubens vernehmbarer als der Ruf nach Erlösung: diese wird herbeigewünscht, aus daß jener erhöhet werde. Auch die jüdische Bevölkerung zu׳ Alexandrien hatte ihre messianischen Hoffnungen. Ueberraschend ist, daß die Messias- Verheißungen, sowie die Beschreibung der Zustände zur Zeit des Messias einer heidnischen Seherin in den Mund gelegt, sie ׳zür Verkünderin dieser Idee gemacht wird. Es wurde an einer ändern Stelle*) auf das bei jüd. Alexandrinern sich kundthüende Streben aufmerksam gemacht, heidnischen Autoren die Velherrlichun'g religiöser Vorgänge unterzulegen, auch wurde nachgewiesen, daß das Motiv hierzu keineswegs nach außen lag, in dem Strebest, vor Griechen mit der, der jüd. Lehre von frühen heidnischen Dichtern, und Philosophen gewordenen Anerkennung zu glänzen: der griechischen Welt Mußten diese Schöpfungen größten Theils 'unverständlich sein! Diese Schriften waren für Juden fingirt, ihnen sollte in der unwillkürlichen Huldigung heidnischer Autoren ein ui euer Beweis der Wahrhaftigkeit der Lehre geliefert werden 2). *) Vgl. vor. Jahrg. S. 294. 295. .